Zur Lage: Krieg und Frieden
- Holbach News

- 17. Apr.
- 2 Min. Lesezeit
Genauso wenig wie es Putin gelungen ist, der Ukraine einen schnellen Sieg und einen Regime Change aufzuzwingen, scheint es Trump im Iran zu gelingen. Die Ausfälle Trumps gegenüber dem iranischen Volk werden immer vulgärer und erfolgen in einer für Politiker bislang unbekannten Sprache. Dies könnte damit zusammenhängen, dass die Iraner nicht nur generell mit der Straße von Hormus einen Trumpf in der Hand halten, sondern auch mit der bislang wenig beachteten Tatsache, dass die wichtigsten Internet‑Glasfaserkabel zwischen Asien, den USA und Europa am Iran vorbeiführen und zum Teil auch durch die Straße von Hormus verlaufen. Sollten solche Verbindungen vom Iran sabotiert werden, könnte dies für den Weltdatenverkehr und die globale Wirtschaft extreme Probleme verursachen.

Möglicherweise könnte der Iran‑Krieg für die USA zu einem Suez‑Moment werden. Ein solcher Moment ist gegeben, wenn ein Staat erkennen muss, dass er seine globale Macht überschätzt. 1956 versuchten Großbritannien, Frankreich und faktisch auch Israel, nach der Verstaatlichung des Kanals durch Ägypten die Kontrolle über den Suezkanal zurückzugewinnen. Der Iran strebt nun eine Maut in der Straße von Hormus an, angeblich einen Dollar pro Barrel Öl, die in Yuan gezahlt werden soll. Bereits Saddam Hussein und Gaddafi hatten versucht, den Dollar im Ölhandel zurückzudrängen.
Mit der Möglichkeit, Entsalzungsanlagen in den Golfstaaten zu zerstören, verfügt der Iran weiterhin über ein enormes Eskalationspotenzial. Die Golfstaaten sind nicht nur bei der Trinkwasserversorgung, sondern bis hin zur Toilettenspülung vollständig von Entsalzungsanlagen abhängig. Solche Verletzlichkeiten könnten an den Immobilienmärkten der Golfstaaten bislang für unmöglich gehaltene Abwärtsentwicklungen auslösen. Als steuerbegünstigte Alternative könnte für viele Unternehmen Hongkong wieder attraktiver werden, was zu steigenden Immobilienpreisen in der früheren Kronkolonie führen dürfte. Hongkong‑Immobilien-Aktien sind im Hinblick auf Rendite und Abschläge zum Buchwert derzeit sehr niedrig bewertet. Quelle: Finanzwoche.



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