Wie krisenfest sind offene Immobilienfonds?
- Holbach News

- 4. Feb.
- 2 Min. Lesezeit
Einen offenen Immobilienfonds zu schließen, ist ein massiver Markteingriff. Insofern erstaunt, welch verhaltene bzw. wohlmeinende Reaktionen letzte Woche die Mitteilung der Wertgrund Immobilien AG hervorrief, beim "Wohnselect D" die Anteilsrückgabe bis auf Weiteres auszusetzen. "Der Wohnselect steht nicht für die ganze Branche", beeilte sich die Börsen-Zeitung mitzuteilen.

Das Handelsblatt erklärte gar, die faktische Schließung des Fonds könne "Zeichnern offener Immobilienfonds langfristig helfen". Parallel erging von Industrieseite an Journalisten die Mahnung, doch jetzt bitte keine Nervosität zu schüren – echt wahr! Ums vorwegzuschicken: Niemand will irgendetwas schüren. Ein paar Hinweise aber müssen erlaubt sein. Wie zum Beispiel der, dass die letzte schwere Krise bei offenen Immobilienfonds noch keine anderthalb Dekaden zurückliegt. Und damals (genauer: 2013) weitreichende Maßnahmen ergriffen wurden, um die Produktgattung gegen künftige Turbulenzen besser zu imprägnieren (konkret: eine zweijährige Mindesthaltefrist und eine einjährige Kündigungsfrist). Nun allerdings, da der gewerbliche Immobilienmarkt nach Jahren des Booms erstmals wieder schwächelt – zeigen sich bei offenen Fonds trotzdem wieder ernsthafte Belastungssymptome. So war es doch eigentlich nicht gedacht!!! Klar, man kann sich auf den Standpunkt stellen, dies sei die Schuld der Kunden ("Die Branche befindet sich im Krisenmodus, da Kunden ihr Geld abziehen", schreibt das Handelsblatt). Aber eigentlich müsste man die Kausalkette statt vom Kunden doch von den Anbietern bzw. vom Produkt her denken, oder? Auf Sicht jedenfalls wird die Fondsbranche kaum umhinkommen, sich noch einmal ein paar grundsätzliche Gedanken zu machen, ob sich illiquide Anlageobjekte (wie Immobilien) wirklich in fungible Anlageprodukte (also offene Fonds) pressen lassen. Bis dahin? Gilt das Prinzip Hoffnung. Auch bei der Union Investment, die für 2025 zwar keine dramatischen, aber doch merkliche Mittelabflüsse vermeldet, und die inzwischen drei ihrer vier UniImmo-Fonds abgewertet hat. Quelle: Finanz-Scene.



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