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Albtraum: Immer mehr Menschen haben Angst, ihr Haus zu verlieren

Obwohl drei Viertel der Deutschen vom Eigenheim träumen, wird dieser Traum für immer mehr Menschen angesichts hoher Kosten zur Illusion. Und selbst jene, die ihn bereits verwirklicht haben, leben zunehmend in Angst, ihr Zuhause wieder zu verlieren.


Rund drei Viertel der Deutschen träumen davon, eines Tages in den eigenen vier Wänden zu leben. Das zeigt jüngst eine Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) Köln. Noch deutlicher wird der Wunsch bei Mietern: Laut dem Immobilienverband IVD würden etwa 67 Prozent von ihnen lieber Eigentum erwerben, als dauerhaft zur Miete zu wohnen. Doch genau dieser Traum dürfte sich für viele im Jahr 2026 weiter entfernen als je zuvor.


Kaum Entspannung in Sicht

Auch die Prognosen der Wirtschaftsforscher lassen wenig Hoffnung aufkommen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) rechnet damit, dass die Preise für Eigentumswohnungen in den Städten weiter steigen werden – ebenso wie die Mieten. Schon 2025 legten die durchschnittlichen Mietpreise bundesweit um 4 Prozent zu, in den großen Metropolen sogar um 8 Prozent. Da die Zahl neu gebauter Wohnungen voraussichtlich weiter sinken wird, ist kaum mit Entlastung zu rechnen.


Die Frage, wie viel Wohneigentum man sich mit einem festen Monatsbudget überhaupt noch leisten kann, wird damit immer drängender. Die Antwort fällt ernüchternd aus: immer weniger. Zwischen Oktober 2024 und Oktober 2025 verschlechterte sich die sogenannte »Erschwinglichkeit« spürbar. In vielen Großstädten seien die Preise zuletzt erneut gestiegen oder verharrten auf hohem Niveau, während die Einkommenszuwächse und leicht gestiegene Finanzierungszinsen diese Entwicklung nicht ausgleichen könnten, erklären die Kölner Ökonomen.


Steigende Zinsen verschärfen die Lage

Zusätzlich droht im Laufe des Jahres 2026 eine weitere Belastung durch steigende Bauzinsen. Marktbeobachter rechnen damit, dass sich dieser Trend fortsetzt. »Zum Jahresende haben die Bauzinsen bereits leicht angezogen – und vieles spricht dafür, dass diese Entwicklung auch 2026 anhält«, erklärten die Analysten des Kreditvermittlers Interhyp Ende 2025. Kaufinteressenten müssten sich auf ein dauerhaft höheres Zinsniveau einstellen, das die Finanzierung weiter verteuert. Gleichzeitig dürften auch die Immobilienpreise aufgrund der weiterhin hohen Nachfrage steigen.


In einer monatlichen Umfrage von Interhyp unter Finanzierungsexperten gehen rund zwei Drittel der Befragten davon aus, dass die Bauzinsen in den kommenden 6 Monaten weiter zulegen werden. Das Gesamtbild ist eindeutig: Für die Mehrheit der Menschen rückt der Traum vom Eigenheim in immer weitere Ferne. Doch nicht nur jene, die sich ein Haus wünschen, sind in Sorge, sondern auch solche, die bereits eines besitzen.


Viele Hausbesitzer bangen um ihr Zuhause

In Deutschlands Wohnzimmern wächst die Sorge. Eigenheimbesitzer fürchten zunehmend, ihr eigenes Haus zu verlieren. Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag des Verbands Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN) gab schon jeder Sechste der Befragten an, sie hätten Angst, ihr Wohneigentum könnte in Zukunft gefährdet sein. Diese Verunsicherung ist allerdings nicht gleichmäßig verteilt: Besonders ausgeprägt ist sie bei Haushalten mit geringerem Einkommen. Unter denjenigen, die im Monat weniger als 2500 Euro zur Verfügung haben, sorgt sich fast jeder Vierte um sein Eigenheim. Im Gegensatz dazu sagen nur rund 15 Prozent der Eigentümer mit höheren Einkommen, sie befürchteten einen möglichen Verlust ihres Hauses.


Auch demografische Unterschiede zeigen sich in der Umfrage: Frauen äußern häufiger Sorgen als Männer. Zudem sind jüngere Eigentümer zwischen 18 und 29 Jahren stärker verunsichert als andere Altersgruppen. Unter ihnen fürchten mehr als ein Fünftel den Verlust ihres Hauses – der höchste Wert in der gesamten Befragung.


Ein weiteres interessantes Ergebnis betrifft die regionale Verteilung: Im Westen Deutschlands geben etwas mehr Eigentümer an, sich Sorgen zu machen, als im Osten – ein Ost-West-Gefälle, das sich auch in anderen sozialen Indikatoren wiederfindet.


Die Furcht sitzt bei jenen, die sie spüren, tief – und sie hat konkrete Gründe. Experten sehen sie vor allem im steigenden finanziellen Druck, der mit Unterhalt, Energiekosten und Zinsen verbunden ist.


VDGN-Präsident Jochen Brückmann sprach von einer breit streuenden Angst in der Mitte der Gesellschaft, die nicht nur ärmere Haushalte betrifft.


Die Umfrage zeigt auch: Der Traum vom Eigenheim verliert an Attraktivität. Nur ein sehr kleiner Anteil der Bevölkerung plant aktuell, in naher Zukunft ein Haus oder eine Wohnung zu kaufen. Weniger als ein Zehntel der Befragten will und kann explizit Wohneigentum erwerben, obwohl es doch der Traum von so vielen ist. Die Entwicklung ist ein deutliches Zeichen dafür, wie stark die Kaufbereitschaft durch hohe Kosten und Unsicherheit gedämpft ist.


Mit Blick auf die aktuelle Entwicklung bleibt Wohneigentum für viele ein sensibles Thema: Steigende Baukosten, hohe Anforderungen an Eigenkapital und Unsicherheit über künftige wirtschaftliche Rahmenbedingungen lassen zumindest einen Teil der Bevölkerung nicht mehr sorgenfrei schlafen. Quelle: Kopp Verlag, Autor Michael Grandt





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