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Oktober 2022

Aktualisiert: 22. Feb. 2023




Die Post stellt Pakete einfach vor die Haustür. Für Diebe ist das eine Einladung. Die Geprellten müssen selber schauen. Wie viele Pakete jährlich verloren gehen oder gestohlen werden, will die Post nicht sagen. Für Diebe sind Pakete ein gefundenes Fressen. Sie öffnen die Pakete. Entweder können sie den Inhalt selber brauchen, oder dann verkaufen sie ihn auf Internet-Verkaufsplattformen wie Ebay, Tutti oder Ricardo. Dabei gehen sie praktisch keine Risiken ein. Marco Diener




Beim Rückversicherungstreffen in Baden-Baden, das am Wochenende begann, werden die Rückversicherer aufgrund steigender Inflation und hoher Naturkatastrophenschäden auf höhere Preise pochen. Das allein wird aber nicht ausreichen, betont Swiss Re. Auch die Selbstbehalte der Erstversicherer, die zum Teil seit zehn Jahren nicht mehr erhöht worden sind, müssten steigen, fordert Frank Reichelt, Nord-, Zentral- und Osteuropa-Chef bei dem Rückversicherer. Dann sei der Konzern auch bereit, dem Bedürfnis der Kunden nach mehr Naturkatastrophen-Rückdeckungen nachzukommen.




Nicht nur Google, sondern auch DuckDuckGo zensiert Suchergebnisse


Der Chef der Suchmaschine DuckDuckGo, Gabriel Weinberg, musste zugeben, daß auch seine Suchmaschine nach politischen Inhalten zensiert. Dies geschieht selbstverständlich nur im Sinne der LGBTQ-, Gender- und andersartigen -Toleranz und ausschließlich gegen politische Inhalte, die der jeweiligen Regierung (vor allem, wenn diese rot-grün gefärbt ist) mißfallen. Neuerdings werden darüber hinaus aber auch alle Inhalte zensiert, die ganz einfach politisch einfach nicht erwünscht sind und die dann ganz einfach als „russische Fehlinformation“ deklassiert werden. Dann werden die entsprechenden Suchergebnisse unterdrückt oder auf hintere Seiten „herabgestuft“. Den Nutzern sollen also diese Inhalte vorenthalten oder das Finden erschwert werden. Dies ist der neue politische Kampf gegen die Bürger, ihre bürgerlichen Freiheiten und die Meinungsvielfalt. (eh)






Was passiert mit meinem Geld, falls die Credit Suisse in Konkurs ginge? Die Credit Suisse Schweiz ist wie die UBS, Postfinance, Raiffeisen und Zürcher Kantonalbank eine systemrelevante Bank. Gemäss der für die Einlagensicherung zuständigen Organisation Esisuisse haben all diese Banken Vorkehrungen getroffen und Notfallpläne vorbereitet, damit das inländische Einlagengeschäft nahtlos fortgeführt werden kann, auch wenn diese Banken in Schieflage geraten. Ausserdem würde der Bund die Credit Suisse im Ernstfall wahrscheinlich mit Liquidität stützen.


Sollte der unwahrscheinliche Fall eines Konkurses trotzdem eintreten, kämen Sie in den Genuss der Schweizer Einlagensicherung, wenn Sie Geld auf einem Konto der CS haben. Solange Sie nicht mehr als 100’000 Franken bei der CS halten, ist dieses Vermögen zumindest theoretisch gesichert.


Als Kundin oder Kunde müssen Sie auch nicht selbst aktiv werden: Sie würden vom Konkursliquidator kontaktiert und erhalten ein Formular, mit dem Sie die Auszahlung der gesicherten Guthaben beantragen können. Bis Sie Ihr Geld erhalten, dürfte es jedoch gemäss Esisuisse mindestens mehrere Wochen dauern.


Welche Guthaben sind bei einem Bankenkonkurs geschützt?


Die Einlagensicherung betrifft Guthaben – sowohl in Schweizer Franken als auch in anderen staatlichen Währungen – auf Schweizer Konten sowie in hinterlegten Kassenobligationen. Allerdings sind nur 100’000 Franken pro Kunde und Bank gesichert. Wenn Sie insgesamt mehr als 100’000 Franken auf Konten der CS haben, ist nicht der gesamte Betrag gesichert. Auf wie viele Konten und Kassenobligationen Ihr Guthaben verteilt ist, ist nicht relevant.


Nicht gesichert sind Freizügigkeits- und Säule-3a-Konten. Vorsorgeguthaben sind jedoch bis zu 100’000 Franken privilegiert: Sie werden so rasch wie möglich ausbezahlt, sofern die liquiden Mittel der Bank dafür ausreichen.


Reicht die Einlagensicherung überhaupt, falls die Credit Suisse in Konkurs ginge?


Die Schweizer Einlagensicherung ist auf einen Maximalbetrag von insgesamt 6 Milliarden Franken beschränkt. Das heisst: Wenn eine Bank in Konkurs geht, die mehr als 6 Milliarden Franken an gesicherten Guthaben verwaltet, kann die Einlagensicherung sie nur anteilsmässig zurückzahlen.


Die Einlagen der CS allein betragen ein Vielfaches des aktuellen Maximalbetrags von 6 Milliarden Franken. Die Einlagensicherung könnte im schlimmsten Fall nur einen Bruchteil der gesicherten Einlagen zurückzahlen.


Wie viele der Einlagen bei der Credit Suisse effektiv gesichert sind, ist allerdings nicht klar. Die CS hat auf die Anfrage von moneyland.ch nicht geantwortet. Pro Kunde sind nur maximal 100’000 Franken als privilegierte Einlagen gesichert. Es ist davon auszugehen, dass viele Kundinnen und Kunden mehr als 100’000 Franken bei der CS halten.


Zudem springt die Einlagensicherung erst ein, nachdem die liquiden Mittel der Bank zur Auszahlung von privilegierten Einlagen aufgebraucht sind. Es dürfte also insgesamt mehr Geld zur Verfügung stehen als die maximal 6 Milliarden Franken der Einlagensicherung.


Immerhin: Ab 2023 soll der Maximalbetrag für die Einlagensicherung laut Esisuisse auf circa 8 Milliarden Franken erhöht werden. Schliesslich kann der Bundesrat den Maximalbetrag für die gesicherten Einlagen weiter erhöhen, wenn besondere Umstände das erfordern.


Was passiert mit meinem Konto, falls die Credit Suisse in Konkurs ginge?


Wenn eine Bank in Konkurs geht, können Sie über diese Bankverbindung keine Geschäfte mehr tätigen. Das heisst: Sie können mit Ihrem bisherigen Bankkonto keine Überweisungen mehr ausführen oder entgegennehmen. Falls Sie beispielsweise Ihren Lohn bisher auf ein Konto dieser Bank erhielten, müssen Sie dem Arbeitgeber ein anderes Konto nennen. Auch Daueraufträge (zum Beispiel Mietzahlungen) werden nicht mehr ausgeführt. E-Banking und Bankkarten einer konkursiten Bank funktionieren ebenfalls nicht mehr.


Was passiert mit meinen Wertschriften, falls die Credit Suisse in Konkurs ginge?


Wertschriften sind zwar nicht gesichert, aber sie gehören sowieso Ihnen, auch wenn Sie sie auf dem Depot einer Bank halten. Sie verlieren Ihre Aktien also nicht, wenn Ihre Depotbank in Konkurs geht. Stattdessen können Sie sie auf ein Depot bei einem anderen Anbieter verschieben. Fonds und ETFs sind ebenfalls Eigentum der Anlegerinnen und Anleger – auch Anteile an Fonds, die von der CS selbst herausgegeben wurden, werden im Konkursfall den Anlegerinnen und Anlegern ausbezahlt.


Dasselbe gilt für Wertschriften, die Sie im Rahmen von 3a- oder Freizügigkeitsguthaben besitzen. Bei einem Konkurs werden sie an die Vorsorge-Stiftung herausgegeben.


Bei CS-Aktien hingegen droht bei einem Konkurs der Totalverlust. Auch strukturierte Produkte, die von der Credit Suisse herausgegeben werden, könnten im Konkursfall wertlos werden.


Was passiert mit meiner Hypothek, falls die Credit Suisse in Konkurs ginge?


Hypotheken werden im Konkursfall in der Regel an andere Hypothekargeber weiterverkauft. Sie schulden die vereinbarten Beträge also weiterhin.


Was passiert mit der Wirtschaft, falls die Credit Suisse in Konkurs ginge?


Der Konkurs einer Grossbank wie der CS hätte nicht nur Auswirkungen für deren Kundinnen und Kunden. Chesney von der Universität Zürich gibt zu bedenken, dass eine solche Pleite weitreichende Konsequenzen für andere Finanzdienstleister hätte. Der Bankrott würde also auch andere Firmen in die Krise stürzen. «Aber erst wenn es wirklich dazu kommen sollte, würden wir sehen, wie weit die Verknüpfungen der Credit Suisse reichen und wen es sonst noch trifft.»


Er erinnert an den Fall der Investmentbank Lehman Brothers, deren Insolvenz 2008 eine weltweite Rezession verursachte und zahlreiche andere Unternehmen mit sich riss. «Die Frage ist dann, inwiefern der Schweizer Steuerzahler die Kosten einer eventuellen CS-Insolvenz bezahlen wird.»


Die CS ist zudem ein grosser Arbeitgeber in der Schweiz: Umgerechnet rund 16’000 Schweizer Vollzeitstellen würden verloren gehen, sollte die Bank den Betrieb einstellen.


Was sollten Credit-Suisse-Kundinnen und -Kunden nun tun?


Ein Konkursfall der CS gilt weiterhin als unwahrscheinlich. Unabhängig von der Situation und der Bank ist es aber immer sinnvoll, wenn Sie mehrere Bankbeziehungen haben und Ihr Sparvermögen bei mehr als einer Bank anlegen. Auch empfiehlt es sich, die eigenen Bankprodukte regelmässig mit denen der Konkurrenz zu vergleichen. Die Kosten- und Zinsunterschiede sind teilweise erheblich – ein Wechsel kann sich also je nach Bankprodukt auch unabhängig von der Situation der CS lohnen.




Droht ein grosser Crash? Einiges spricht dafür. Die Volkswirtschaften sind hoch verschuldet, ihre Wachstumskräfte nehmen ab, vor allem auch aufgrund ihrer Abkehr von den Prinzipien der freien Marktwirtschaft (beziehungsweise dem Wenigen, was davon noch übrig ist). Zusätzlich werden die produktiven Kräfte durch einen zeitlich überambitionierten Ausstieg aus der Verwendung fossiler Brennstoffe geschmälert. Die Energiepreisverteuerung, verstärkt durch die westlichen Sanktionen gegenüber Russland, entwerten das Produktionskapital in grossem Stil. Und nun heben auch noch die Zentralbanken die Zinsen an, um die Hochinflation nicht aus dem Ruder laufen zu lassen. Dadurch bremsen sie das Kredit- und Geldmengenwachstum ab. Zusammengenommen eine explosive Mischung, aus der ein grosser, vielleicht sogar ein sehr grosser Crash erwachsen kann. Doch einen grossen Crash zuzulassen, war zumindest bislang nicht das Ziel der Regierenden (beziehungsweise der Sonderinteressengruppen, die sie für ihre Zwecke einzuspannen wünschen). Selbst diejenigen, die für einen radikalen Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft nach ihren Vorstellungen eintreten (nennen wir sie die „Great-Rest“-Befürworter), rufen in Krisenzeiten wie alle anderen auch lautstark nach staatlichen Hilfen (Kurzarbeitergeld, Energiekosten- und Nahrungsmittelsubventionen etc.), um die Wirtschaft zu stützen, das Schlimmste abzuwenden. Den angestrebten Umsturz nach und nach zu erreichen und nicht im Zuge einer heftigen Disruption, scheinen sie also offensichtlich zu bevorzugen. Ansonsten hätte es die konjunkturstützenden Staatseingriffe (wie Zinssenkungen, Geldmengenvermehrung und schuldenfinanzierte Staatsausgaben in 2000/2001, 2008/2009 und 2020) nicht gegeben.


Doch mit der wachstumsfeindlichen, tatsächlich wachstumszerstörenden „grünen Politik“ wird nun aber vielleicht doch der Bogen überspannt. Sie sägt sprichwörtlich den Ast ab, auf dem sie sitzt: gemeint ist das Fiatgeldsystem. Es verträgt schlichtweg keine fortgesetzte, keine dauerhafte Wachstumsverlangsamung, gar nicht erst zu sprechen eine Schrumpfung. Der Kredit, auf dem das Fiatgeldsystem letztlich fusst, wandelt sich dann nämlich ganz rasch in Misskredit. Ausbleibendes, vielleicht sogar negatives Wirtschaftswachstum verursacht Kredit- und Zahlungsausfälle, steigende Risiken und damit erhöhte Zinsen, ein Ende des Kredit- und Geldmengenzuwachs in der Volkswirtschaft, das zu Rezession, Arbeitslosigkeit, Verarmung führt. Die illusionäre Traumwelt des Reichtums, für die das Fiatgeldsystem sorgt, würde ganz schnell zerplatzen.


Wenn also die Politik der „Rettung“ weitergetrieben wird, wenn das Fiatgeldsystem mit aller Macht vor dem Kollaps bewahrt werden soll, wird der Staat absehbar immer grösser, und die produktiven Kräfte in den Volkswirtschaften immer weniger und schwächer. Die gesellschaftlichen Verteilungskämpfe um den noch verfügbaren Kuchen werden erbitterter. Die Ansprüche, die das Wahlvolk an den Staat stellt, werden bedient, und zwar indem der Staat sich bei seiner Zentralbank verschuldet und mit dem neu geschaffenen Geld die offenen Rechnungen bezahlt. Eine bedrückende Perspektive. Doch eine immer ungehemmtere Inflationspolitik, die im Extremfall in die Hyperinflation führt, ist die einzige Möglichkeit, das Fiatgeldsystem so lange wie möglich über Wasser zu halten.


Man ist ganz bestimmt nicht hysterisch, wenn sich der Gedanke aufdrängt, dass das weltweite Fiatgeldsystem zusehends ins Rutschen gerät, und dass es in diesen Zeiten Sinn macht, zumindest einen Teil des eigenen Vermögens in physischem Gold und Silber zu halten.





Man glaubt es kaum, aber das Vermögen der Weltbevölkerung ist 2021, laut dem jährlich von der Credit Suisse erstellten “World Wealth Report”, auf 463,6 Billionen US-Dollar angewachsen. Ein Zuwachs von 9,8 % gegenüber 2020 und weit über dem durchschnittlichen Wachstum von 6,6 % per annum. Das durchschnittliche Vermögen legte weltweit um 8,4 % auf 87 489 Dollar zu, in Landeswährungen sogar um 12,7 %. Ein neuer Rekord.


Während sich die Zahl der Millionäre rund um den Globus um 9 % auf 62,5 Millionen erhöhte, nahm die Zahl der Millionäre in Deutschland ab. Ende 2021 vermelden die Schweizer Banker nur noch rund 2 683 000 Dollarmillionäre in Deutschland (ca. 58 000 weniger als im Vorjahr). Das Medianvermögen (die Hälfte ist reicher und die andere Hälfte ärmer) liegt bei 60 633 Euro für Deutschland. Italien (112 138) und Frankreich (139 169) liegen da in der Statistik weitaus höher. In allen drei europäischen Ländern war die Vermögensentwicklung rückläufig, was weniger mit der Wirtschaft als mit dem Wechselkurs des Euros zum US-Dollar zu tun hat.


Im Ländervergleich konnten die Haushalte der Vereinigten Staaten ihre Vermögen am besten vermehren, gefolgt von China, Kanada, Indien und Australien. Die Verlierer kamen aus Ländern, deren Währungen gegenüber dem Dollar abwerteten. So mussten etwa Japan, die Türkei und europäische Staaten mit statistischem Vermögensrückgang vorlieb nehmen.


Beim “Reichtum pro Kopfliegt die Schweiz immer noch mit 696 600 US-Dollar vorn, gefolgt von den Vereinigten Staaten von Amerika mit einem Durchschnittsvermögen von 579 000 Dollar (nicht verwechseln mit dem Median, der liegt für die Vereinigten Staaten bei 93 271 Dollar). Das Durchschnittsvermögen der Deutschen beläuft sich auf 256 985 US-Dollar.


Beim Durchschnittsvermögen haben die Chinesen auf 76 639 US-Dollar aufgeholt. In Indien liegt der Durchschnitt noch weit tiefer, nämlich bei 15 535 US-Dollar. Das statistische Vermögenswachstum liegt für die Inder seit dem Jahr 2000 bei 8,8 % per annum, die Chinesen schafften im Schnitt 14,5 %. In Deutschland lag der Vermögenszuwachs in diesem Zeitraum bei 4,8 %.


Was die Konzentration von großen Vermögen anbelangt, liegen die USA immer noch vorne. Dort gibt es über 140 000 Superreiche mit einem Vermögen von über 50 Millionen US-Dollar, gefolgt von China, wo inzwischen 32 710 Menschen in dieser Vermögenskategorie liegen. Zusammen mit den ordinären Millionären leben etwa 24,5 Millionen Dollarmillionäre in den USA, China weist 6,2 Millionen auf und in Japan sind es 3,8 Millionen Millionäre. In Deutschland finden sich etwa 2,7 Millionen Millionäre (Nettovermögen inklusive Immobilien).


Was den Ausblick auf die nächsten Jahre anbelangt, erwartet der Weltvermögensbericht der Experten von der Credit Suisse ein Abflauen. Bis ins Jahr 2026 allerdings geht man von einem Vermögenszuwachs von noch einmal 169 Billionen US-Dollar aus, was ein Anstieg von 36 % wäre. Man schätzt auch, dass der durchschnittliche Erwachsene auf der Welt bis zum Jahr 2024 ein Vermögen von 100 000 US-Dollar besitzen dürfte und die Anzahl der Millionäre in den nächsten fünf Jahren die 87 Millionenmarke erreichen dürfte.




Kommt es zu einer Mega-Pleitewelle vor allem im Mittelstand, so ist spätestens mit Beginn des nächsten Jahres auch von zunehmender Arbeitslosigkeit auszugehen. Wie aber soll ein Arbeitsloser, der nur ein durchaus überschaubares Arbeitslosengeld bezieht, die Belastungen durch Inflation und drastisch steigende Energiepreise stemmen? Wohl dem, der in den vergangenen Jahren hohe Rücklagen aufgebaut hat.


Pulverfass Immobilienfinanzierung


Ein weiteres Pulverfass: Angesichts hoher Inflationsraten steigen die Zinsen insbesondere am langen Ende deutlich. Bankkunden, die in Zeiten sehr niedriger Zinsen langfristige Darlehensverträge (mindestens 15 Jahre) abgeschlossen haben, sind zumindest vorerst fein raus. Zumindest in den nächsten Jahren wird sie der Zinsschock bei der Anschlussfinanzierung nicht treffen. Für alle anderen wird es richtig eng: horrende Energiekosten sowie steigende Zinsen – eine toxische Mixtur für alle, die bei ihrer Finanzierung »auf Kante genäht« haben; frei nach Artikel 3 des Rheinischen Grundgesetzes: »Et hätt noch emmer joot jejange«.

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Depotüberträge aus dem Ausland werden 2023 aufwendiger. Bisher konnten Anleger davon ausgehen, dass bei Übertrag eines Depots innerhalb der EU die Anschaffungsdaten der Fondsanteile (Kaufdatum / Kurs) elektronisch an die aufnehmende Bank übertragen werden. Sofern kein Gläubigerwechsel stattfand, hatte der Übertrag keine steuerlichen Auswirkungen.


Ab 1. Januar 2023 müssen Anleger, die ihr Depot von einer EU-ausländischen Bank nach Deutschland übertragen möchten, dann dazu einen Nachweis des ausländischen Instituts vorlegen, dass in den letzten zehn Jahren kein Erbfall oder sonstiger unentgeltlicher Übertrag von Fondsanteilen bezogen auf das zu übertragende Depot stattgefunden hat. Wer den Aufwand scheut oder den Nachweis aus sachlichen oder sonstigen Gründen nicht erbringen kann, muss mit einer höheren Versteuerung rechnen, da dazu eine Ersatzbemessungsgrundlage (30 % des Veräußerungserlöses) herangezogen wird. Die Anschaffungsdaten dürfen in diesen Fällen nicht hinterlegt werden.





Britische Gilts ohne Netz

Langfristige Staatsanleihen des Königreichs haben sich im Kurs halbiert. Die Notenbank führt seit dieser Woche keine Stützungskäufe mehr durch.



Die verlangte Überweisung in der Schweiz blockierter russischer Vermögen an die Ukraine treibt Noch-Bundesrat Ueli Maurer den Puls in die Höhe. Auch an die Adresse der Corona-Schuldner richtet der Finanzminister deutliche Worte. „Das kommt nicht in Frage“: Das antwortet Finanzminister Ueli Maurer auf die jüngste Forderung des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski, eingefrorene russische Vermögen zu enteignen und sie der Ukraine zu geben.




Im Hier und Jetzt wirkt alles düster. Der Russe lässt nicht ab von der Ukraine. Wladimir Putin ruft sogar das Kriegsrecht in den besetzten Gebieten aus. Hierzulande bleiben die Preise für Strom und Gas, für Brot und Butter hoch. Die Inflationsrate in der Eurozone erreicht 9.9 Prozent. Zehn Prozent! Was will man sich noch leisten, fragen sich die einen. Der Sekundärmarkt für Luxusuhren etwa, wo zuvor ein reger Handel mit teils schwindelerregenden Preissteigerungen herrschte, ist plötzlich so trocken wie die Wüste in der Sahara. Wer kann, hält sein Geld zusammen. Voraussetzung: Er hat welches. Viel problematischer ist all das, was mit der Frage zusammenhängt: Was kann man sich noch leisten? Stinknormaler Gouda kostet nicht mehr 8.90 Euro das Kilo, sondern 13.90 Euro, die Butter nicht mehr 1.89 Euro, sondern 3.49 Euro, das Bio-Ei keine 29 Cent, sondern 49. Kurzum: Der Alltag wird unbezahlbar, das Sonntagsfrühstück zum Luxus-Event. Leo Müller




Scholz hat kein „Machtwort“ gesprochen, …

… sondern ist vor der Wirklichkeit geflohen


Im August noch sagte Bundeskanzler Olaf Scholz über seine Richtlinienkompetenz vor versammelten Journalisten: „Es ist gut, dass ich sie habe. Aber natürlich nicht in der Form, dass ich jemandem einen Brief schreibe: "Bitte Herr Minister, machen Sie das Folgende."


Genau das hat er allerdings nun getan. In einem öffentlichen Brief schreibt er seinen Ministern Lemke, Habeck und Lindner, sie sollten für die gesetzliche Grundlage sorgen, „um den Leistungsbetrieb der Kernkraftwerke Isar 2, Neckarwestheim 2, sowie Emsland über den 31.12.2022 hinaus bis längstens zum 15.04.2023 zu ermöglichen“.


Statt zwei dürfen nun drei Kernkraftwerke laufen – sechs wären technisch in der Lage. Und: Das nur bis 15. April; auch neuer Brennstoff darf nicht eingesetzt werden. Die Energiekrise wird im Frühjahr nicht beendet sein; LNG-Terminals werden bis dahin nicht fertiggestellt sein, Gaslieferverträge wird es bis dahin nicht geben, in Niedersachsen werden keine Gasvorkommen erschlossen sein und der Wind wird sich nicht erbarmen, ständig zu wehen. Auch die Sonne wird bis 15. April ihr Verhalten nicht ändern und sich weiter des Nachts vor den Solarpaneelen verbergen. Die Grünen werden sich ungläubig die Augen reiben, aber auch das erzeugt keine Energie.


Kurz, es ist nicht ein Machtwort, mit dem der Kanzler seine grünen Koalitionsminister zur Räson ruft, sondern eine Flucht vor der Wirklichkeit, ein lauer Kompromiss auf Kosten des Wohlstands in Deutschland, der kurzfristig den Burgfrieden in der Koalition sichert, und vielleicht nicht mal den. Da werden gesichtswahrende Sprechblasen für Ideologen gesucht – aber keine Lösungen für Probleme. Deutschland braucht eine sichere und bezahlbare Energieversorgung, und die Kernkraftwerke sind ein wesentlicher Teil davon, wenigstens ein erster Schritt. Aber auch der wird verweigert.


Deutschland befindet sich in einer existenziellen Krise. Jetzt müssten die Abgeordneten des Deutschen Bundestags zeigen, dass sie nicht nur Marionetten ihrer Parteien sind. Bislang hat der Deutsche Bundestag versagt und richtige Anträge auch mit den Stimmen von Union und FDP niedergestimmt, weil sie von der angeblich falschen Seite kamen. Es gibt aber nur eine richtige Seite: die der Realität.



Wirtschaftsnewsletter



Die Handelsexperten der Johannes-Kepler-Universität Linz haben am Dienstag eine Umfrage präsentiert, die perfekt in die Argumentationslinie der Arbeitgeberverhandler passt: das Weihnachtswunder ist abgesagt, zumindest im Handel. Noch nie hätten sich die Geschäftsleute so unterirdisch wenig vom Christkind erwartet wie heuer. Von Konsumenten in Spendierhosen weit und breit keine Spur. Im Gegenteil. Wo man auch hinschaut – alle schnallen den Gürtel enger. Die Botschaft: Zum Verteilen gibt es nichts. Auch nicht seitens der Händler, die am Ende des Monats schon froh sein können, wenn sie die nächste Stromrechnung bezahlen können.


So weit, so polemisch.


Theaterdonner und Trommelwirbel gehören zum Prozedere einer jeden Kollektivvertragsverhandlung dazu. Genauso wie die Aufregung über vermeintlich masslos überzogene Gehaltsforderungen und die verlässliche Androhung von Betriebsversammlungen. So gesehen dasselbe Schauspiel wie jedes Jahr.


Allerdings unter verschärften Auflagen.


Die Inflationsrate in Österreich war im September 2022 so hoch wie seit rund 70 Jahren nicht mehr, soviel ist amtlich. Gegengesteuert wird von staatlicher Seite mit Antiteuerungspaketen in Milliardenhöhe, die in unterschiedlichem Ausmass in den einzelnen Haushalten angekommen sind. Je kleiner das Einkommen, desto grösser die (relative) Entlastung, belegen Studien. So weit, so gut. Offen nur die Frage, wie man das alles in die Benya-Formel einrechnen soll (laut der sich die Höhe des Gehaltsabschlusses an der Inflations- und Produktionserhöhung orientieren soll). Aus Sicht der Gewerkschaft gar nicht. Schliesslich soll sich der Steuerzahler ja nicht seine Gehaltserhöhung mit seiner eigenen Steuerzahlung finanzieren.


Den Händlern schwebt dagegen eine Anrechnung von zumindest 2.5 Prozentpunkten auf die Inflationsrate vor. Überzogen? Kommt drauf an, wen man fragt. Denn genauso wie nicht alle Haushalte gleich von Staatshilfen profitiert haben, haben auch nicht alle Händler gleichlaufende Geschäfte gemacht. „Den“ Handel gibt es genauso wenig wie „den“ Haushalt. Während die Modebranche noch immer unter den Folgen der Pandemie leidet, hat der Lebensmittelhandel dank der Lockdowns volle Kassen gehabt. Selten ging so ein Riss durch die Unternehmerlandschaft. Und durch die gesamte Gesellschaft. Eine Branchenlösung zu finden, wird zur Herkulesaufgabe.


Die Arbeitgeber können auf Zeit spielen. Die Negativmeldungen reissen nicht ab und spielen ihnen argumentativ in die Hände. Damit können sich alle Beteiligten schon jetzt damit abfinden, dass das Ende der Herbstlohnrunde bestenfalls knapp vor dem Winter eingeläutet wird. Simone Hoepke




Die hohen Energiepreise beschleunigen die Abwanderung der Industrie – und machen Osteuropa zum neuen China.




Deutschland schafft sich ab!


Wir werden derzeit Zeugen eines Ereignisses von historischer Tragweite: Die deutsche Wirtschaft wird an die Wand gefahren. Wir haben inzwischen mit die weltweit höchsten Energie- (insbesondere Gas-) und Stromkosten. Unternehmen mit hohem Energieverbrauch können in Deutschland nicht mehr international wettbewerbsfähig produzieren. Der Anstieg der Produzentenpreise liegt mit 45,8% gegen Vorjahr auf einem nie gekannten Niveau. Konsum- und Geschäftsklima befinden sich in freiem Fall. Millionen private Haushalte befinden sich in einer prekären finanziellen Lage. Konjunkturell sind wir am Beginn einer schweren Rezession. Gleichzeitig steht die EZB mit dem Rücken zur Wand. Statt helfend einzugreifen muss sie die Zinsen erhöhen, um die Inflation nicht noch weiter anzuheizen. Das böse Wort von der Stagflation macht die Runde.


Leider sind alle diese Probleme hausgemacht. Die EZB hat die Inflationsgefahren trotz Warnungen zahlreicher Experten viel zu spät erkannt. Durch immer strengere ESG-Richtlinien wurde seit Jahren immer weniger in die Erschließung neuer fossiler Energie- und Rohstoffquellen investiert, obwohl der verstärkte Ausbau alternativer Energien wegen hoher bürokratischer Hemmnisse nicht recht vorankam. Und durch eine verfehlte Sanktionspolitik gegenüber Russland haben wir uns endgültig den Ast abgesägt, auf dem wir sitzen. Die Aufkündigung einer jahrzehntelang bewährten Energiepartnerschaft hat fatale Folgen. So ist es kein Wunder, dass uns Moskau nach dem von uns verhängten Embargo für russische Kohle und russisches Erdöl den Gashahn zugedreht hat. Unseren Gasbedarf decken wir jetzt aus Norwegen zum vierfachen Preis und mit umweltschädlichem Fracking-Flüssiggas (LNG) aus den USA. Gleichzeitig werden in ideologischer Verblendung weiter Kernkraftwerke abgeschaltet. Statt einer faktenbasierten Realpolitik erleben wir immer stärker eine wirklichkeitsfremde Empörungs-, Bevormundungs-, Rettungs- und Schuldenpolitik.


Vor diesem Hintergrund ist es kein Wunder, dass deutsche Aktien international so unbeliebt sind wie nie. Mit einer Wertentwicklung von minus 35% auf Dollarbasis im laufenden Jahr (per 30.9.) bildet der Kurs-DAX das Schlusslicht unter allen großen Börsenindizes und fällt unter die 12.000 Punkte-Marke. Noch Ende letzten Jahres haben die Börsenexperten fast unisono ein Kursziel von 17.000 Punkte für Ende 2022 genannt. Jetzt fängt es für antizyklisch agierende Anleger an, interessant zu werden. Denn die großen deutschen Aktiengesellschaften sind in der Regel international tätig und haben Produktionsstätten in aller Welt. Sie werden also zu Unrecht abgestraft. Und die exportorientierten Unternehmen in Deutschland profitieren von dem starken Dollar, sofern sie nicht zu energieintensiv sind.



2023 wird der Fiskus viele Immobilien höher bewerten. Damit kann mehr Erbschaftsteuer anfallen. Einige Eigentümer wollen ihr Vermögen daher jetzt in der Familie verschenken – und suchen den Notar auf.




Seit der Eurokrise setzte in deutschen Landen ein von vielen Übertreibungen gekennzeichneter Run ins Betongold ein. Angetrieben, ja befeuert durch die Nullzinspolitik der Euro-Notenbank haben sich die Immobilienpreise insbesondere in den gefragten Ballungsräumen der Republik mehr als verdoppelt. Wir standen beinah fassungslos an der Seitenlinie und beobachten das gierig-manische Treiben nur mit Kopfschütteln. Nun zeichnet sich aber vor dem Hintergrund der drastisch von unter einem Prozent Ende 2021 auf mehr als vier Prozent gestiegenen Zinsen fürs Baugeld (mit zehn Jahren Zinsfestschreibung) eine grosse, ja epochale Zeitenwende ab. Das sehen nicht nur wir so, sondern mittlerweile auch die Grossbank UBS aus der Schweiz.


Jahr für Jahr publiziert die UBS ja im Herbst den „UBS Global Real Estate Bubble Index“. In diesem Jahr wagen sich die Experten weit aus dem Fenster. Im Gegensatz zu vielen anderen Studien, prognostizieren die Profis der UBS generell eine Wende an den hoch bewerteten Immobilienmärkten „mit erheblichen Preiskorrekturen“ in den nächsten Monaten. In deutschen Landen stehen hier zwei Städte im Fokus, Frankfurt und München; hier sei das Risiko einer Blase besonders hoch. In Frankfurt am Main und München hätten sich die Immobilienpreise den Schweizer Bankern zufolge in den vergangenen zehn Jahren nominal mehr als verdoppelt. Die zweistelligen Preissteigerungen gehören aber nunmehr der Vergangenheit an; die Preise stiegen zwischen Mitte 2021 und Mitte 2022 nur noch halb so stark wie im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. Nichtsdestotrotz würden die Wohnungspreise derzeit immer noch mehr als 60 Prozent über dem Niveau von vor fünf Jahren liegen. Der Preisanstieg habe im untersuchten Zeitraum das Einkommens- und Mietwachstum (plus zirka zwölf Prozent) deutlich übertroffen.


Unter dem Strich führe das dazu, dass der Frankfurter Wohnungsmarkt im Ergebnis das weltweit zweithöchste Risiko für eine Immobilienblase nach Toronto haben würde. Auch in München sei der Studie zufolge der Wohnungsmarkt stark überhitzt. Die Stadt liege derzeit auf Platz vier im Ranking, knapp hinter der drittplatzierten Metropole Zürich. Die Schweizer Grossbank errechnete für Frankfurt einen Wert von 2.21, für München einen Wert von 1.80 – jeder Indexwert, der grösser ist als 1.5 bedeutet ein erhöhtes Blasenrisiko. Spannend ist, welche anderen Städte in der Welt von der UBS derzeit als stark überhitzt eingestuft werden. Neben den bereits genannten sind das auch Hongkong (1.71), Vancouver (1.70), Amsterdam (1.62) und Tokio (1.56).


Ja, liebe Leser, die grosse Wende am Immobilienmarkt ist gekommen. Es wird zwar etwas Zeit brauchen, ehe dieser Umdenkprozess in den Köpfen aller Beteiligten stattgefunden hat. Grundsätzlich ist der Immobilienmarkt sehr schwerfällig, träge. Anders gesagt, wenn Sie jetzt immer noch über nicht genutzte Liegenschaften in Frankfurt, München oder Zürich verfügen sollten, sollten Sie nicht nur über einen Verkauf nachdenken. Wir würden hier nicht länger zögern. Günter Hannich



Das Erbbaurecht gibt es in Deutschland bereits seit 103 Jahren. Wegen der hohen Mieten wird es vor allem in deutschen Metropolregionen wiederentdeckt. Nutzer pachten in der Regel für 99 Jahre ein Grundstück, bauen darauf ein Haus und zahlen dafür Erbbauzins an den Eigentümer der Liegenschaft. Doch wer muss in diesen Fällen die bis 31. Oktober 2022 fällige Grundsteuererklärung abgeben? Nach Auskunft des Deutschen Erbbaurechtsverbands ist hier tatsächlich nicht der Grundstückseigentümer, sondern der Erbbaurechtsnehmer zuständig. „Erbbaurechtsgeber dürfen die Erklärung nicht für Erbbaurechtsnehmer übernehmen — selbst wenn sie dies wollen“, sagt Geschäftsführer Matthias Nagel. „Dieses Prozedere ist aus rechtlichen Gründen unzulässig.“ Die Abgabe kann im Internet unter elster.de erledigt werden. Welche Angaben erforderlich sind, hängt vom jeweiligen Bundesland ab. In jedem Fall gehören die Grundstücks- und Gebäudefläche dazu, unter Umständen aber auch die Lage und der Bodenrichtwert. Wie Letzterer speziell für die Erklärung zu ermitteln ist, ist unter anderem auf dem Portal bodenrichtwerte-boris.de aufgeführt.




Cathie Wood, Leiterin von Ark Andreas Neinhaus Invest:


„Es gibt Anzeichen dafür, dass der Finanzdienstleistungssektor in Bedrängnis geraten ist. Wir konnten beobachten, wie sich die Credit Default Swaps der Geldhäuser verdoppelt und verdreifacht haben, und in Europa haben sie ein Allzeithoch erreicht“, sagte Wood gegenüber CNBC.


„Es gibt also Spannungen und Belastungen im Finanzsystem, die sich meines Erachtens zuerst in der Krise um Liability Driven Investments (LDI, Anlagen mit Kapitalanlagen und Verbindlichkeiten, Anm. d. Red.) im Vereinigten Königreich bemerkbar gemacht haben. Und der Grund dafür ist, dass wir gerade einen grossen finanziellen Schock erleben.“



"Der Dollar ist unsere Währung, aber euer Problem.“





Nuri stellt Geschäftsbetrieb ein – Vivid Money will Kunden aufsaugen Zwei Monate nach der Insolvenzanmeldung schliesst die KryptoBank Nuri ihre Konten. Betroffen sind angeblich rund 200.000 Kunden – wobei bis zum Schluss diffus blieb, mit wie vielen davon das Berliner Fintech wirklich Geschäft gemacht hat. In einer Kunden-Mail warb Nuri gestern für einen Wechsel zur Ebenfalls in Berlin ansässigen Neobank Vivid, die zuletzt schon den Kunden des insolventen Finanz-Startup Vantik ein ähnliches Angebot gemacht hatte. Nuri war im Jahresverlauf in immer grössere Schwierigkeiten geraten. Die verbliebenen rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden entlassen.



Das LG (LG Berlin vom 1.9.22, Az. 52 O 117/22) untersagte dem Energieversorger EnStroGa, Abschlagszahlungen der Kunden während des Abrechnungszeitraums anzuheben. Die Anbieter müssen sich auch bei gestiegenen Beschaffungskosten an Preisgarantien und vereinbarte Abschläge halten. Das heisst: Bei Kunden mit Preisgarantie ist eine Preiserhöhung wegen gestiegener Kosten am Markt nicht möglich. Bei anderen Kunden muss erst wirksam der Strompreis erhöht werden, bevor Abschläge für den restlichen Abrechnungszeitraum an den höheren Preis angepasst werden können. TK




Auch wenn viele davon nicht mehr reden wollen: Wir befinden uns im Kriegszustand. Vielleicht sollten wir sogar sagen: in Vorkriegszeiten. Bleiben wir realistisch. Solange die USA den Krieg in der Ukraine nicht beenden wollen, werden noch viele Menschen auf beiden Seiten sterben. Hinter den Kulissen wird zwar gesprochen wie seinerzeit bei der Kuba-Krise. Aber über den Kopf von Selenskij, der offenbar noch nach dem ius talionis lebt, bei uns unter dem Schlagwort „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ (Bundesbuch Ex 20 bis 23) zum Sprichwort geworden ist.


Für alle, die es genau wissen wollen: Diese „Rechtsordnung“ ist viel älter. Sie finden diese bereits um 1‘700 Jahre v.Chr., also rund 1‘000 Jahre früher, im Codex Hammurapi. Doch damals konnte man mit einer Geldzahlung in Silber das erlittene Unrecht aus der Welt schaffen.


Jesus hat das alte Recht oder Unrecht abgeschafft. Nach Mt 5. 38-39 lehrte er: „Ihr habt gehört, dass da gesagt ist: ‚Auge um Auge, Zahn um Zahn‘. Ich aber sage euch, dass ihr nicht widerstreben sollt dem Übel; sondern, so dir jemand einen Streich gibt auf deinen rechten Backen, dem biete den andern auch dar.“ Das „alte Deutsch“ stammt noch aus der Lutherbibel 1912. Sie sehen, verehrte „Leser:innen“, die Sprache ändert sich im Laufe der Zeit. Aber man muss nicht jeden Unsinn des Gender-Wahns gleich mitmachen…


Doch zurück zu der „Vorkriegszeit“. Über Nordkorea und den Iran trauen wir uns keine Voraussagen zu. Es fehlen noch gesicherte Erkenntnisse über diese potentiellen Kriegskandidaten. Aber über China und Taiwan kann man schon etwas sagen: Wenn die USA zu ihrem Wort steht, Taiwan zu verteidigen, kann es einen Krieg mit China nicht gewinnen, sagt uns ein Insider. Die USA wissen nicht genug über China. Aber China weiss alles über die USA…


Wer wird den nächsten Krieg beginnen? Zitat: „Wenn es um unsere Sicherheit geht, brauchen wir keine Erlaubnis von irgendjemandem, auch eine Zustimmung des UN-Sicherheitsrates nicht.“ Stammt dieses Zitat aus Moskau oder Peking? Mitnichten. Das sagte George W. Bush am 07. März 2003 vor dem Angriffskrieg gegen den Irak.


Die Gefahr einer Ausweitung des Krieges in der Ukraine wächst von Tag zu Tag. Die Folgen der Sanktionen sind noch nicht in allen Kursen „eingepreist“. Vor allem nicht, wie sich die Anleger verhalten werden, wenn sie Geld benötigen. Und ein Krieg um Taiwan dürfte die Börsenkurse nicht steigen lassen.




Covid: «Wir wissen, dass da gefährliche Forschung im Gang war»


Martina Frei / 17.10.2022 Der Leiter einer wichtigen Kommission packt aus. Er fordert eine unabhängige, gründliche Untersuchung.


Woher stammt Sars-CoV-2? Ist das Virus aus dem Tierreich auf den Menschen übergesprungen? Oder wurde es in einem Labor hergestellt?


Die «The Lancet Covid-19 Commission», eingesetzt von der weltweit bekannten Fachzeitschrift «The Lancet», fand auf diese Frage bisher keine Antwort. Solange nicht mehr Beweise für das Eine oder das Andere vorlägen, müssten beide Hypothesen ernst genommen werden, schrieb die Kommission letzten Monat.


«Ein Biotech-Patzer»


In verschiedenen Interviews und Artikeln wurde der Leiter der Kommission, der weltweit bekannte US-Professor für Ökonomie Jeffrey D. Sachs, sehr viel deutlicher: An einem Treffen des «GATE Center» in Madrid im Juni sagte Sachs: «Ich bin ziemlich überzeugt, dass es [das Virus] aus der US-Labor-Biotechnologie stammt. […] Aus meiner Sicht ist es ein Biotech-Patzer […] Wir wissen es nicht sicher», betonte er. Aber es lägen inzwischen genügend starke Indizien vor, die eine tiefergehende Untersuchung rechtfertigten. Doch: «Es wird nicht untersucht, weder in den USA noch sonst irgendwo.»


Ähnlich äusserte er sich im Juli gegenüber der «Tehran Times». Er glaube nicht, dass Sars-CoV-2 aus der Biowaffen-Forschung stamme, sondern vermute eher die Medikamenten- und Impfstoffforschung als Ursprungsort. «In jedem Fall müssen wir mehr dazu wissen. […] Die USA haben versucht, China die Schuld zu geben, ohne ihre mögliche eigene Rolle zuzugeben», sagte Sachs damals.


Sachs liegt schon länger im Clinch mit der Lancet-Taskforce, die der Frage nach dem Ursprung des Virus nachging und einen natürlichen Ursprung für plausibler hält.


Die Lancet-Covid-19-Kommission


Im Juli 2020 setzte die Ärztezeitschrift «The Lancet» eine wissenschaftliche Covid-19 Kommission ein. Geleitet wurde diese Kommission von Jeffrey D. Sachs, einem vielfach ausgezeichneten US-Professor für Ökonomie mit Beziehungen in alle Welt. Sein Lebenslauf umfasst 40 Seiten. Hauptamtlich ist Sachs Direktor des Zentrums für nachhaltige Entwicklung an der US-Universität Columbia.


Unter seiner Leitung sollten die 28 Kommissionsmitglieder aus verschiedenen wissenschaftlichen Fächern Empfehlungen erarbeiten, wie die Pandemie und ihre Folgen am besten zu bewältigen seien. Zwölf Taskforces zu verschiedenen Themen mit insgesamt 173 Mitgliedern arbeiteten der Kommission zu. Im September 2021 kam es jedoch zu einem Zerwürfnis. Aufgrund dessen löste Sachs die Taskforce auf, welche die Herkunft von Sars-CoV-2 ermitteln sollte. Teil dieser Taskforce war auch die in Genf tätige Virologin Isabella Eckerle.


Seit Monaten fordert Sachs in wissenschaftlichen Foren und Medien eine unabhängige Untersuchung, losgelöst von politischen Interessen. Es könne nicht sein, dass man beispielsweise Anthony Fauci nicht angehen dürfe, weil er «einer von uns» sei, sagt Sachs nun in einem Video-Interview mit «The Grayzone». Damit meint er den politischen Graben zwischen Republikanern und Demokraten in den USA. Fauci wird von den Demokraten gestützt. «Faucis Shop hat uns nicht die Wahrheit gesagt», sagt Sachs, der laut seinem Bekunden die Demokraten wählt.


Im Mai veröffentlichten Sachs und der Molekularpharmakologe Neil Harrison einen gemeinsamen Beitrag im renommierten Wissenschaftsmagazin «PNAS», in dem sie schwere Bedenken vorbringen. Dort und im erwähnten Video-Interview macht Jeffrey Sachs auf mehrere Punkte aufmerksam, die im Folgenden zusammengefasst sind.


Geheime Telekonferenz


1. Am 31. Januar 2020 äusserte ein namhafter Virenforscher in den USA gegenüber Anthony Fauci den Verdacht, Sars-CoV-2 könne menschengemacht sein. Daraufhin kam es am Samstagnachmittag des 1. Februar 2020 an der wichtigsten US-Behörde für medizinische Forschung, den US-«National Institutes of Health» (NIH), zu einer dringlichen geheimen Telekonferenz virologischer Experten. Daran waren auch der bekannte deutsche Virologe Christian Drosten und der Direktor des «Wellcome Trust», Jeremy Farrar, beteiligt.


Das Transkript dieser Besprechung wurde nur bekannt, weil die NIH es dank des US-Öffentlichkeitsgesetzes herausgegeben mussten. Laut Sachs habe einer der Teilnehmer damals gesagt, es stehe «80:20», dass dieses Virus aus einem Labor stamme. Ein anderer sagte, er könne sich nicht vorstellen, wie die Natur dieses Virus zustande gebracht haben sollte. Ein weiterer schätzte die Wahrscheinlichkeit, dass es natürlich oder in einem Labor entstanden sei, auf «fifty-fifty».


Drosten schrieb laut der ARD-«Tagesschau» später in einer eidesstattlichen Erklärung: «‹Die Diskussion führte zu dem Ergebnis, dass die These in jedem Fall nicht belegbar sei›», […] die möglichen Begründungen für eine solche Laborherkunft wurden «‹in einem kollegialen Gespräch wissenschaftlich zerpflückt.›» 2. Bloss vier Tage nach der geheimen Telekonferenz hätten die NIH einen Fachartikel begutachtet, in dem stand, das Virus sei «definitiv natürlich» entstanden, so Jeffrey Sachs. «Ich nenne das ‹definitiv seltsam›. Intern sagen sie ‹Labor› – und wenige Tage später sagen sie ‹natürlich›.» In dieser kurzen Zeit seien keine neuen Erkenntnisse gewonnen worden, die diesen Meinungswechsel aus seiner Sicht erklären könnten. «Man entschied, uns ein Narrativ zu erzählen. So funktioniert die Regierung: Sie kreiert Geschichten. Sie sucht nicht nach der Wahrheit», sagt Sachs, der in den letzten 40 Jahren mit vielen US-Regierungen zusammengearbeitet hat. In dem von Sachs kritisierten Artikel in «Nature Medicine» stand, es gebe starke Indizien, dass Sars-CoV-2 nicht das Ergebnis absichtlicher Manipulation in einem Labor sei: «Die genetischen Daten zeigen unbestreitbar, dass dieses Virus nicht von irgendeinem bisher [in Laboratorien – Anm. d. Red] verwendeten Virusgerüst abstammt.» Als Beleg für diese zentrale Aussage führen die Autoren einen Fachartikel aus dem Jahr 2014 an.


«Was für ein Witz», kommentiert Sachs diese Quellenangabe. «Wäre dieser Artikel [in «Nature Medicine»] im Mindesten aufrichtig gewesen, dann hätten die Autoren gesagt: ‹Wir wissen es nicht, weil wir die Laborjournale nicht gesehen haben.› […] Aber dies ist kein ehrlicher Artikel. Es war ein konstruiertes Narrativ», urteilt Sachs.


USA und Faucis Institut finanzierten gefährliche Forschung auch in Wuhan


3. Was wirklich passiert sei, wisse man noch heute nicht. «Ausser, dass es eine Menge gefährliche Forschunggab, die durch die US-Regierung finanziert wurde, eingeschlossen das von Anthony Fauci geleitete Nationale Institut für Allergie und Infektionskrankheiten (NIAID).»


4. Anfang des Jahres 2020 glaubte Jeffrey Sachs laut eigenem Bekunden an die Hypothese, das Virus sei natürlich entstanden, «weil die Wissenschaftler das sagten und ich keinen Grund hatte, es in Frage zu stellen. Ich wusste [damals] nichts über die Forschung, die im Gang war.» In seiner «Naivität» habe er einen anerkannten Experten zum Leiter derjenigen Taskforce ernannt, die nach den Ursprüngen des Virus fahnden sollte. «Dann habe ich erfahren, dass er mir in vielen Dingen nicht die Wahrheit sagt. […] Ich wusste, dass da gelogen wurde. Je tiefer ich hineinsah, umso mehr Lügen


Bei dem Experten handelte sich um den Zoologen Peter Daszak, den Leiter der Nonprofitorganisation «EcoHealth Alliance». Die «EcoHealth Alliance» erforscht Infektionskrankheiten, die aus dem Tierreich auf den Menschen überspringen könnten. Sie koordinierte zum Beispiel das Sammeln von Sars-ähnlichen Viren bei chinesischen Fledermäusen, die Analysen dieser Viren – und die Manipulationen daran, insbesondere an der US-Universität von North Carolina.


5. Laut einem Artikel in der «NZZ» überwies das US-Verteidigungsministerium in den letzten Jahren an die 40 Millionen Dollar für die Biowaffenforschung an die «EcoHealthAlliance». Auch im chinesischen Wuhan haben die USA etliche Forschung an den Sars-ähnlichen Coronaviren finanziert. Die Koordination lag wiederum bei der «EcoHealth Alliance».


Forschungsprojekte bleiben geheim 6. Schliesslich forderte Sachs Daszak auf, ihm die Dokumente seiner Forschungsprojekte mit den NIH zu zeigen. Daszak habe dies verweigert, mit dem Hinweis, seine Anwälte hätten ihm davon abgeraten. Da es Sachs und der «Lancet Covid-19 Commission» um Transparenz ging und Sachs bei fünf der zwölf Taskforce-Mitglieder potenzielle Interessenskonflikte sah, entzog er Daszak die Leitung und löste diese Taskforce auf. Das war im September 2021. Gegenüber dem Wissenschaftsmagazin «Science» sagte Sachs danach, er habe erst aufgrund gerichtlich erstrittener Dokumente erfahren, dass weitere Mitglieder der Taskforce ebenfalls für die «EcoHealth Alliance» tätig gewesen waren. Sie hätten dies verschwiegen. «Ausgerechnet derjenige, der mich am meisten attackierte, weil ich Daszak entlassen hatte, war ein Co-Forscher von Daszak», sagt er im Video-Interview.


Die Sicht der betroffenen Taskforce


Sachs habe Einsicht in Gesprächsprotokolle verlangt, welche die Taskforce mit verschiedenen Fachleuten geführt hatte. Weil den Interviewten Vertraulichkeit zugesichert worden war, habe man Sachs diese Protokolle nicht ausgehändigt. Die Taskforce sei davon ausgegangen, dass sie unabhängig und ohne Supervision des Sponsors, der «Lancet-Covid-19-Commission», arbeiten könne. Jeder, der mit «EcoHealth Alliance» zu tun gehabt habe, sei für Sachs zur Persona non grata geworden, sagte einer der Wissenschaftler, bei dem Sachs einen Interessenkonflikt vermutete, gegenüber dem Wissenschaftsmagazin «Science». Andere Mitglieder der Taskforce fanden, die Lancet-Kommission habe ihnen Unrecht getan. Die Gruppe traf sich weiterhin und veröffentlichte vor wenigen Tagen im bekannten Fachblatt «PNAS» ihre Sicht der Dinge: Es sei zwar nicht auszuschliessen, dass Sars-CoV-2 in einem Labor geschaffen wurde, aber diese Hypothese werde inzwischen weit herum für weniger wahrscheinlich gehalten als jene, dass das Virus von Tieren auf den Menschen übergesprungen sei. Diese Sichtweise werde durch eine beträchtliche Anzahl wissenschaftlich begutachteter Fachartikel und sogar durch die US-Geheimdienste gestützt, die dazu eine Stellungnahme veröffentlichten. Auch die Tatsache, dass bis dato allein in China in mehr als 80’000 Tieren erfolglos nach dem Ursprung von Sars-CoV-2 gesucht wurde, schliesse nicht aus, dass das Virus vom Tier auf den Menschen übergesprungen sei. Eine der Autorinnen dieses «PNAS»-Artikels ist die in Genf tätige Virologin Isabella Eckerle. Sie gehörte früher der Forschungsgruppe des deutschen Virologen Christian Drosten an.


7. Der anfängliche Verdacht, dass Sars-CoV-2 in einem Labor entstanden sein könnte, gründete vor allem auf einer sehr kurzen Abfolge von wenigen Eiweissbausteinen im Stacheleiweiss auf der Oberfläche der Sars-CoV-2-Viren. Diese Abfolge – Furin-Spaltstelle genannt – bewirkt, dass das Virus sowohl ansteckender als auch gefährlicher wird. Kein anderes Coronavirus aus der Untergruppe der Sarbecoviren, von denen bereits hunderte entdeckt wurden und zu denen Sars-CoV-2 gehört, besitzt laut Sachs und Harrison diese Abfolge von Eiweissbausteinen. Verschiedene andere Coronaviren hingegen haben sie, was zeigt, dass sie zufällig natürlicherweise entstehen kann.


Genau dieselbe Abfolge von Eiweissbausteinen findet sich auf der Oberfläche von menschlichen Lungen-, Dickdarm- und Nierenzellen. Mit ihrer Hilfe steuern die Körperzellen über winzige Kanäle ihre Flüssigkeitsbilanz – ein lebenswichtiger Mechanismus für die Zellen. Treffen Sars-CoV-2-Viren auf solche Zellen, konkurrieren sie mit ihnen um eine Substanz namens Furin. Weil das Furin mit Sars-CoV-2 «beschäftigt» ist, fehlt es nun den Zellen. Die Folge: Die Zellen können ihre Flüssigkeitsbilanz nicht mehr richtig steuern. Das beeinträchtigt zum Beispiel die Lungenfunktion.



Ein Teil der Eiweissbausteine für das Stacheleiweiss verschiedener Coronaviren, dargestellt als Liste. Die Eiweissbausteine werden mit Buchstaben abgekürzt. Links sind verschiedene Coronaviren aufgelistet. In der Mitte schwarz umrandet die aus wenigen Bausteinen bestehende Furin-Spaltstelle (abgekürzt FCS), die Sars-CoV-2 so speziell macht. © Harrison, Sachs / PNAS



8. Eines der vom NIH geförderten Forschungsprojekte habe zum Ziel gehabt, Furin-Spaltstellen in Sars-ähnliche Viren einzusetzen, um diese gefährlicher zu machen. Warum, das wisse er nicht mit Sicherheit, sagt Sachs. Ein möglicher Grund sei die Herstellung von Impfstoffen gegen gefährliche Sars-ähnliche Viren. Oder ein potenzieller Nutzen solcher Viren als Biowaffen. Wie das alles zusammenhing und was da genau gemacht wurde, legten die beteiligten Institutionen bislang nicht offen. «Aber was wir wissen ist, dass da gefährliche Forschung im Gange war.»


Auf Seite 10 eines Dokuments stehe, man habe mehr als 180 [Corona-] Virenstämme, über die bisher nicht berichtet wurde. Auf Seite 11 stehe, die Forscher wollten in diesen Viren nach den Spaltstellen suchen – und falls diese nicht darin vorkämen, wolle man sie einfügen, berichtet Sachs. Dass die Lancet Covid-19-Kommission davon erfahren habe, sei nur einem Whistleblower «innerhalb der US-Regierung» zu verdanken. «Gesagt hat man uns das nicht», so Sachs. «Das ist keine Wissenschaft. […] Es braucht eine Untersuchung.»


9. Im Jahr 2018 hatte ein Team der «EcoHealth Alliance», der Universität von North Carolina und des Instituts für Virologie in Wuhan einen Antrag auf Forschungsförderung bei der Forschungsstelle des US-Verteidungsministeriums(DARPA) gestellt. Das Ziel ihres Vorhabens: Die Wissenschaftler wollten Furin-Spaltstellen in Sars-ähnliche Viren einbauen. Sie hatten das schon früher bei Sars- und anderen Coronaviren geschafft. Zudem besassen sie bereits viel Erfahrung darin, Sars-ähnliche Viren zu konstruieren.


Ausserdem hatten die am dem Vorhaben beteiligten Wissenschaftler der Universität von North Carolina die winzigen Kanäle auf der Oberfläche menschlicher Zellen studiert, welche die Abfolge von Eiweissbausteinen enthalten, die später dann auch bei Sars-CoV-2 gefunden wurde. Angesichts dieser früheren Experimente läge es für ein Forscherteam auf der Hand, genau die Furinspaltstelle in ein Virus einzubauen, wenn man das pandemische Potenzial von Sars-verwandten Coronaviren ausloten möchte, schreiben Sachs und Harrison in den «PNAS». Das sei in einem Labor auch nicht schwierig zu bewerkstelligen.


Das DARPA lehnte den Antrag auf Forschungsförderung jedoch ab. Ob die Wissenschaftler ihr Projekt dennoch verfolgten und von anderswo Geld dafür erhielten, ist eine der offenen Fragen. Dass die Furinspaltstelle bei Sars-CoV-2 vorkomme, könne natürlich auch ein Zufall sein – allerdings einer mit «sehr kleiner Wahrscheinlichkeit», finden Sachs und Harrison. Mit Sorge erwähnen sie, dass zwischenzeitlich bereits «Zwitterviren» aus Sars und Sars-CoV-2 im Labor gezüchtet worden seien.


10. «Wir wissen nicht genau, wo dieses Virus herkam. Aber es gibt da viele seltsame Dinge und viel schlechtes Verhalten der NIH», fährt Sachs im Video fort. Die Geschichte, wonach das Virus von dem chinesischen Markt stamme, enthalte derart viele «Löcher, Fehler und Lücken», dass sie alles andere als definitiv sei. Der auf dem Gebiet sehr erfahrene Leiter der US-Gesundheitsbehörde «Centers for Disease Control» beispielsweise habe intern geäussert, dass das Coronavirus wirklich aus einem Labor stammen könnte. Fauci habe ihn deshalb aus dem gesamten Prozess «komplett ausgeschlossen».


Welche der beiden tragfähigen Hypothesen nun zutreffe, sei unter anderem deshalb offen, weil die Regierung und «Faucis Shop» nicht die Wahrheit gesagt hätten, was sie taten und welche Risiken bestanden. «Es geht hier nicht um Wissenschaft, sondern um Transparenz und darum herauszufinden, was bei den NIH wirklich läuft.»


«Zeigt uns nicht weisse Seiten» 11. Das NIH könnte mehr zur Klärung beitragen, habe bisher diesbezüglich aber versagt, urteilen Sachs und Harrison. Stattdessen bewarb die NIH-Leitung früh und aktiv die Hypothese, wonach Sars-CoV-2 von Tieren stamme. Sie entfernte detaillierte Informationen über die Viren aus einer Datenbank und weigerte sich auch, wichtige Belege wie Forschungsanträge und Projektberichte herauszugeben. Sie redigierte Dokumente, die sie – per Gerichtsbeschluss – herausrücken musste. In einem solchen Dokument – es handelte sich um eine Übersicht der NIH-Forschung zu diesen Viren – waren 290 Seiten weiss. So lässt sich nicht überprüfen, ob die Behauptung von «EcoHealth Alliance», NIH und weiterer Institutionen stimmt, dass sie an keinerlei Experimenten beteiligt waren, die zur Pandemie geführt haben könnten. «Wenn ihr unser Vertrauen wollt, dann zeigt uns das Dokument und nicht weisse Seiten», fordert Sachs und betont einmal mehr, dass eine unabhängige Untersuchung nötig sei.


12. Vieles von dem, was bisher bekannt ist, sei nur Gerichtsverfahren und Whistleblowern zu verdanken. Relevant wären aber Laborbücher, Virusdatenbanken, E-Mails, biologische Proben, eine Übersicht aller vom NIH geförderten Forschungsvorhaben zu Sars-ähnlichen Viren – auch in Zusammenarbeit mit den Instituten in Wuhan – und anderes mehr.


13. Am Ende des Interviews wird Sachs gefragt, ob an den Gerüchten, die USA hätten in der Ukraine angeblich Biowaffen-Forschungslabore unterhalten, etwas dran sei. Er kenne die Antwort nicht, antwortet Sachs. Was er jedoch sicher wisse: Dass bei diesen Schlüsselthemen keine Transparenz herrsche. Er vermisse investigative Journalisten, wie jene, die früher nicht glaubten, was US-Präsidenten wie Johnson oder Nixon über Vietnam sagten, und die damit richtig lagen.


«Weiterhin werden viele gefährliche biologische Manipulationen an krankmachenden Erregern betrieben», sagte Jeffrey Sachs Anfang Juli der «Tehran Times». «Diese Art von Forschung muss publik gemacht und sauber reguliert werden.»


Ursprungsort: «Eindeutig» der Markt in Wuhan?


Was Jeffrey Sachs nicht erwähnt, ist eine Stellungnahme von 27 Virologinnen und Virologen, die am 19. Februar 2020 online in «The Lancet» stand. Zu den Autoren zählen Christian Drosten, Jeremy Farrar, Peter Daszak (der Leiter der Taskforce, die nach dem Ursprung des Virus fahndete) und fünf Mitglieder dieser zwölfköpfigen Taskforce.


«Wir stehen gemeinsam dafür ein [im Original: «we stand together»], Verschwörungstheorien, die behaupten, dass Covid-19 keinen natürlichen Ursprung habe, scharf zu verurteilen.» Wissenschaftler aus vielen Ländern seien mit «überwältigender Mehrheit» zum Schluss gekommen, dass dieses Coronavirus von Wildtieren stamme, schrieben die 27 Unterzeichner schon kurz nach dem Beginn der Pandemie.


«Erstaunlich vollmundig» «Damals die Laborthese […] einfach vom Tisch zu wischen, war erstaunlich vollmundig. Das konnte man schlicht noch nicht wissen», befand die ARD-«Tagesschau» rückblickend im März 2022 und berichtete im gleichen Atemzug von Studien, welche die Hypothese vom natürlichen Ursprung des Virus stützen würden: «Eine davon, eine grosse US-amerikanische Studie, hat jeden verfügbaren frühen Corona-Fall im chinesischen Wuhan in eine Stadtkarte übertragen. Die Autoren […] kommen zu dem Schluss, dass der Wildtiermarkt in Wuhan ‹eindeutig› der Ursprungsort der Pandemie sei.» Finanziell unterstützt wurden die Studienautoren unter anderem von den NIH und vom Wellcome Trust.


Sars-CoV-2-Viren schon vor Wuhan im Umlauf Bloss: Italienische Ärzte berichteten im Fachblatt «Tumori», dass sie bei nachträglichen Analysen von eingelagerten Blutproben bereits im September und Oktober 2019 bei 50 Personen Antikörper gegen Sars-CoV-2 fanden – also mehrere Monate bevor in Wuhan die Erkrankungsfälle bekannt wurden. Diese Angaben wurden zunächst bezweifelt, darum ein zweites Mal von anderen Wissenschaftlern überprüft – und wiederum bestätigt. Auch Ärzte in Frankreich fanden Hinweise, dass Sars-CoV-2 bereits im Oktober und November 2019 vereinzelt bei Patienten zu Erkrankungen geführt hatte. Sie berichteten im «European Journal of Epidemiology» davon.


Ein 2019 infizierter Weisswedelhirsch – oder ein falsches Testergebnis Andere Wissenschaftler fahndeten in mehreren Hundert Blutproben von wildlebenden Weisswedelhirschen in den USA nach dem Coronavirus. Dabei entdeckten sie auch in einer Blutprobe aus dem Jahr 2019 Antikörper gegen Sars-CoV-2. Das Tier hatte also – falls der Antikörpertest stimmt – wohl schon 2019 (oder früher) eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus durchgemacht.


Einer der Autoren der Studie, der zufolge «eindeutig» der Wildtiermarkt in Wuhan der Ausgangspunkt der Pandemie war, ist just jener Virusexperte, der am 31. Januar 2020 gegenüber Anthony Fauci den Verdacht äusserte, das Virus könnte menschengemacht sein, weil es «auf den ersten Blick» ungewöhnlich aussehe. «USA Today» berichtete, er habe sich zwei oder drei Wochen Zeit nehmen wollen, um das Virus-Erbgut genauer zu untersuchen, kam dann aber bereits am 4. Februar 2020 zum Schluss, dass die Daten schlüssig zeigen würden, dass dieses Virus nicht fabriziert worden sei.

***


US-Forscher erschaffen gefährlicheres Covid-Virus


Peter Meier-Schlittler / 23.10.2022 Labormäuse wurden von dem neuen Virus dahingerafft. Die englische«Daily Mail» schreibt vom «Spiel mit dem Feuer».


mfr. – Die «Gain-of-Function-Forscher» möchten Viren «funktionstüchtiger» machen, also gefährlicher, ansteckender und/oder resistenter gegenüber Medikamenten bzw. Impfstoffen. Die Rede ist auch von «dual use research of concern». Damit sind Forschungsvorhaben gemeint, die der Menschheit dienen sollen, aber leicht zu ihrem Schaden missbraucht werden können – wobei etwa militärische Forschung auch unter dem Deckmantel von «hilfreicher» Forschung stattfinden kann. Angesichts der weiterhin offenen Frage, ob Sars-CoV-2 in einem Labor entstanden ist, fordern verschiedene Wissenschaftler einen Stopp der «Gain-of-Function»-Forschung, international bessere Überwachung solcher Forschungsprojekte und eine gesellschaftliche Diskussion darüber, was erlaubt sein soll und was nicht. Aktuell entzündet sich die Diskussion an Experimenten, die der Arzt für Allgemeinmedizin Peter Meier-Schlittler in einem Artikel für «Inside Paradeplatz» zusammengefasst hat. Infosperber bringt hier eine leicht redigierte, vom Autor autorisierte Fassung.


Bei diesen Experimenten schufen Wissenschaftler im Labor eine Art «Kombi-Virus» aus einer Sars-CoV-2-Virusvariante aus den Anfängen der Pandemie und der Omikron-Variante. Ihnen ging es laut eigenem Bekunden darum, herauszufinden, welche Veränderungen am Virus dazu führen, dass es krankmachender wird und welche dafür verantwortlich sind, dass es dem Immunsystem von geimpften Menschen entwischt. Für ihre Experimente benützten sie Mäuse, die genetisch so verändert sind, dass ihnen Sars-CoV-2 besonders zusetzt, aber auch menschliche Zellen. Finanziell gefördert wurden die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter anderem vom deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, von den US-National Institutes of Health und von Anthony Faucis Institut (NIAID). Eine noch offene Frage ist, ob das Forschungsvorhaben wegen seiner Brisanz speziell streng geprüft hätte werden müssen, bevor es genehmigt wurde.


Bereits im Juni und im September veröffentlichten andere Forschergruppen laut dem Wissenschaftsmagazin «Science» die Resultate ähnlicher Experimente, die keiner solchen Prüfung unterzogen worden seien. An einem dieser Forschungsprojekte waren Mitarbeitende von Biontech und Pfizer beteiligt, am anderen Angehörige der US-Arzneimittelbehörde FDA und ein Mitarbeiter eines IBM-Forschungszentrums. Diese Experimente verursachten bislang keinen solchen Wirbel wie die im Folgenden vorgestellten.


Peter Meier-SchlittlerAm 14. Oktober veröffentlichte die Universität Boston einen noch nicht begutachteten Forschungsbericht. Er beschreibt, dass es Forschern der Universität gelungen sei, ein neues Corona-Virus mit einer Sterblichkeitsrate bei Labormäusen von 80 Prozent zu erschaffen.


Wie dem Bericht zu entnehmen ist, wurde die infektiöse Omikron-Variante mit einer ursprünglichen Sars-CoV-2-Variante kombiniert. Damit erzeugten die Forscher eine neue, deutlich infektiösere und – zumindest für bestimmte Mäuse – tödlichere Corona-Virus-Variante. Das im Labor geschaffene Virus entzieht sich laut den Erkenntnissen der Boston-Wissenschaftler der Immunität, die durch eine Impfung hervorgerufen wurde – eine Eigenschaft, die auf den Omikron-Anteil zurückzuführen ist.


Zugleich ist das neue Virus gefährlicher. Diese Eigenschaft geht auf die ursprüngliche Virusvariante zurück. Bei Labormäusen sei eine schwere Krankheit ausgelöst worden, acht von zehn Tieren seien während der Tests verstorben. Von den sechs Tieren, die zum Vergleich mit der frühen Virusvariante infiziert worden waren, starben alle. Von den mit «Omikron» infizierten Mäusen starb dagegen keine.


Fünfmal mehr Viruspartikel in menschlichen Lungenzellen


Weiter sagen die Forscher, dass der neue Stamm bei Menschen wahrscheinlich weniger tödlich sei als bei Mäusen. Gleichzeitig stellen sie aber fest, dass ihr neues Virus im Vergleich zur Omikron-Variante in menschlichen Lungenzellen fünfmal so viele Viruspartikel produziere wie die ursprüngliche Variante.


Als «Spiel mit dem Feuer» wurden diese Experimente an der Bostoner Universität rundum (in den USA selbst, in England und wenigen deutschsprachigen Medien) heftig kritisiert, beispielsweise vom US-Senator und Mediziner Roger Marshall.


«Diese Forschung muss sofort eingestellt werden»


Marshall schrieb am 17. Oktober, nur drei Tage nach Veröffentlichung des Forschungspapiers, es sei «skrupellos, dass das NIH (Nationales US-Gesundheitsinstitut) diesen tödlichen Gewinn an funktioneller Virusforschung durch die Universität in Boston und die EcoHealth Alliance in dicht besiedelten Gegenden fördert, wodurch das Potenzial geschaffen wird, mehr Menschen zu töten als durch jede Atomwaffe».


«Die Geschichte hat uns gelehrt, dass es Viren gelungen ist, selbst den sichersten Labors zu entkommen. Dies ist kein Risiko, das Wissenschaftler alleine ohne Zustimmung der US-Öffentlichkeit eingehen können sollten. Diese Forschung muss sofort eingestellt werden.»


Und weiter: «Das NIH finanziert weiterhin diese gefährliche Forschung, während es die Untersuchungen des Kongresses zu den Ursprüngen von Covid behindert, obwohl die US-Geheimdienste, die WHO, «The Lancet» und mehrere andere zugegeben haben, dass die Covid-19-Pandemie möglicherweise durch einen Laborunfall in Wuhan entstanden ist.»


«Ich werde weiterhin die Verabschiedung meines Moratorium-Gesetzes zur Virus-Gain-of-Function-Forschung fordern – es war noch nie so wichtig.»


«Könnte eine neue Pandemie hervorrufen»


Dabei muss man wissen, dass Senator Roger Marshall das erste Mitglied des Kongresses war, das im Repräsentantenhaus wegen der Ausbreitung von Covid-19 Alarm geschlagen hatte und sich im US-Senat bemühte, in den USA den Ursprüngen von Covid-19 auf den Grund zu gehen.


Die englische «Daily Mail» schreibt: «Dies ist ein Spiel mit dem Feuer und könnte eine neue, im Labor erzeugte Pandemie hervorrufen.»


Experten prügeln auf das Labor in Boston ein: Wissenschaftler würden einen neuen tödlichen Covid-Stamm mit einer Tötungsrate von 80 Prozent entwickeln, das Team der Boston-Universität habe einen Hybrid-Virus hergestellt, das in einer Studie 80 Prozent der Mäuse getötet habe.


Der Fall zeigt, wie die gefährliche Forschung zur Virus-Manipulation sogar in den USA weitergeht, obwohl befürchtet wird, dass ähnliche Praktiken die Pandemie ausgelöst haben könnten.


Der Chemiker Richard Ebright von der Rutgers University in New Brunswick (New Jesey) meinte zur «Daily Mail»: «Wenn wir eine nächste, durch Labore verursachte Pandemie vermeiden wollen, ist es unerlässlich, dass die Aufsicht über die Erforschung potenzieller Pandemieerreger gestärkt wird.»


Die Forderungen von Ebright sowie des US-Senators Marshall entsprechen den seit langem geforderten Massnahmen des Hamburger Physikprofessors Roland Wiesendanger, der im September einen Fachartikel dazu veröffentlicht hat.


«Funktionserweiterung» und Forschung mit potenziellen Pandemieerregern geht uns alle an, wenn wir die nächste, im Labor erzeugte Pandemie verhindern wollen.


Dazu muss die internationale Aufsicht, wie dies die Universität Hamburg mit Wiesendanger längst fordert, vorangetrieben und umgesetzt werden.


Der Vollständigkeit halber und um die Thematik abzurunden, erwähne ich hier auch, dass Victoria Nuland (eine einflussreiche Mitarbeiterin im US-Aussenministerium) in einer Anhörung des US-Kongresses die Existenz von «biologischen Forschungseinrichtungen» in der Ukraine bestätigte und ausführte, diese beziehungsweise die Forschungssubstanzen dürften nicht den Russen in die Hände fallen. Gesamthaft handelt es sich um mehrere von den USA geführte und finanzierte Biolabore.


Kommentar: Auffallend ist, dass in den Schweizer Medien bis gestern nichts über diese Umstände berichtet worden ist. Bei der Beurteilung einer Medienlandschaft ist das Augenmerk nicht nur auf die Ereignisse zu richten, über die berichtet wird, sondern viel mehr darauf, was und worüber nicht berichtet wird.





Aktive Devisenfonds versprechen Diversifikationsvorteile und stetige Erträge unabhängig vom Marktumfeld. Doch Wechselkurse gelten als unberechenbar und erfolgreiche Fonds sind rar.


Seit der US-Dollar Anfang 2021 zum ultimativen Höhenflug ansetzte, hat er deutlich gegenüber dem Euro aufgewertet. Auf Sicht der letzten 12 Monaten legte der Greenback rund 15 Prozent gegenüber dem schwächelnden Euro zu, zwischenzeitlich sackte die europäische Einheitswährung sogar unter die Parität auf ein 20-Jahrestief. Was Reisen und Aufenthalte in den USA teuer macht, war für europäische Anleger, die im Dollarraum investiert waren, unterm Strich meist gar nicht so nachteilig und sorgte für zusätzliche Wechselkursgewinne. Doch gezielte Währungsanlagen gelten als exotisch, schwankungsanfällig und oftmals unberechenbar. Das zeigt auch die bisherige Bilanz der sogenannten Devisenfonds, die versuchen, aus dem Auf und Ab der Währungen Erträge zu generieren.


Dabei ist der Devisenmarkt der größte und wohl liquideste Finanzumschlagsplatz der Welt. In Sekundenbruchteilen werden hier riesige Summen gehandelt. Das tägliche Handelsvolumen lag im Jahr 2019 bei rund 6,6 Billionen US-Dollar – am Tag wohlgemerkt. Zum Vergleich: Mit Aktien wird weltweit gerade mal ein Zehntel davon umgesetzt. So war auch die anfängliche Begeisterung groß, als der deutsche Gesetzgeber im Jahr 2004 die Grundlage schuf, Devisen nicht nur zu Absicherungszwecken einzusetzen, sondern auch als Anlageinstrument. Die Aussicht auf neue, unkorrelierte Ertragsquellen lockte. Doch von den aktiven Fonds, die infolge der Gesetzesnovelle aufgelegt wurden, hat kaum einer überlebt. Enttäuschende Wertentwicklung ging dabei Hand in Hand mit schwacher Nachfrage.


Auch die Bilanz der verbliebenen Fonds begeistert in der Regel nicht: Der ART Metzler FX Protected Carry I erzielte auf Sicht der letzten 12 Monate bis Ende August immerhin rund 4,69 Prozent, allerdings liegt die Drei-Jahres-Performance im Minus. Der Fonds investiert in ausgewählte Währungen mit hohen Zinsen. Gesteuert wird der Ansatz von einer quantitativen Multi-Modell-Architektur – das Exposure wird dann über Devisentermingeschäfte aufgebaut. Ein weiteres Beispiel: Der Amundi Funds Absolute Return Forex investiert in Geldmarktinstrumente und Anleihen mit Investment-Grade-Rating von OECD-Mitgliedstaaten. Auch dieser Fonds setzt vor allem auf Derivate, um Long- oder Short-Engagements aufzubauen. In den Jahren von 2018 bis 2021 verfehlte der Amundi-Fonds nicht nur durchgängig sein Ziel, den EONIA-Geldmarktsatz zu übertreffen, unterm Strich mussten die Investoren der Absolute-Return-Strategie sogar Wertverluste hinnehmen. Dabei handelt es sich nicht um Einzelfälle: Bei anderen Fonds fiel die Bilanz oft noch schwächer aus.


Selbst für Profianleger ist es offenbar schwierig, am Devisenmarkt dauerhaft positive Erträge zu erzielen. „Die Argumente der Fondsanbieter sind immer dieselben: großer liquider Markt, unkorrelierte Erträge und meistens ein Modell, das im Backtesting hervorragende Erträge erbracht hat“, sagt Volker Schilling, Vorstand bei Greiff Capital Management: „Allerdings scheitern die allermeisten Fonds in der Realität kläglich.“ Er hält den Devisenmarkt für unberechenbar. Schilling: „Die bisherige Bilanz der Fonds zeigt deutlich, dass sich am Devisenmarkt mit Multi-Währungsstrategien keine systematischen Erträge erzielen lassen.“ Jochen Hägele




«Es gibt nie eine Garantie, dass man mit Sparanlagen einen positiven Realzins erwirtschaftet.» Thomas Jordan, Präsident SNB
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