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Das Privatvermögen der Deutschen wächst auf 10,03 Billionen Euro – und trotzdem fühlen sich viele arm. Warum?

Zehn Billionen Euro. So viel Geldvermögen besitzen Deutschlands Privathaushalte inzwischen. Eine Eins mit dreizehn Nullen. Wer da noch von «armen Deutschen» spricht, verwechselt Statistik mit Stimmung. Dieses Land spart sich reich – allerdings nicht aus Vernunft, sondern aus Angst. Die Sparquote lag 2025 bei gut 10,4 Prozent.


Das heisst: Von jedem verdienten Euro wird mehr als ein Zehntel nicht ausgegeben. Knapp 270 Euro pro Kopf und Monat wandern auf Konten, die manchmal kaum Zinsen bringen und real an Kaufkraft verlieren. Bei vielen gilt die Börse noch immer als Gomorrha der Spekulanten. Das ist kein kluges Haushalten – das ist kollektive Risikoaversion. Gleichzeitig wird gejammert und geklagt, als stünde morgen die Währungsreform vor der Tür.


Im internationalen Vergleich wirkt dieses Verhalten geradezu neurotisch. Die Schweizer sparen deutlich mehr als die Deutschen, ohne sich dabei arm zu fühlen. In Deutschland dagegen wird nicht aus Zukunftsoptimismus gespart, sondern aus Misstrauen. Gegen den Staat. Gegen die Rente. Gegen alles, was politisch versprochen wird.


Das Geldvermögen wächst, weil das Vertrauen schrumpft. Die Deutschen sind nicht zu arm zum Konsumieren. Sie sind zu verunsichert. Sie sparen sich reich – und fühlen sich dabei immer ärmer. Das ist kein ökonomisches Problem. Das ist ein mentales. (Autor: Oliver Stock), Quelle: weltwoche.de.

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