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Zentralbanken holen ihr Gold nach Hause

Nach dem Zweiten Weltkrieg bestand kein Zweifel daran, wo der sicherste Ort zur Lagerung von Gold war. Zentralbanken in Europa und in Entwicklungsländern deponierten ihr Gold häufig in den Tresoren der US-Notenbank Federal Reserve in New York. Doch mit dem Bretton-Woods-Abkommen und dem Ende der Dollar-Gold-Konvertibilität entstand zunehmend der Eindruck, dass die USA in dieser Konstellation Vorteile gegenüber allen anderen Staaten genießen. In der Folge entwickelte sich ein wachsendes Misstrauen zwischen den Regierungen anderer Länder und der US-Notenbank.



Dieses Phänomen wirkt bis heute nach. Laut Untersuchungen des World Gold Council haben Zentralbanken seit 1972 rund 6.900 Tonnen Gold repatriiert. Aktuell lagern 59 % der Zentralbanken einen Teil ihres Goldes im eigenen Land – ein deutlicher Anstieg gegenüber 41 % im Jahr 2024. Der jüngste Auslöser dürfte bekannt sein: das Einfrieren von rund 300 Milliarden US-Dollar an russischen Reserven im Zuge des Ukraine-Kriegs.


Im Gegensatz zu Goldkäufen durch Zentralbanken hat diese Entwicklung keinen direkten Einfluss auf den Goldpreis, da es lediglich um den Lagerort geht. Dennoch ist bemerkenswert, dass diese Bewegung nicht nur von geopolitischen Gegenspielern der USA wie China ausgeht. Auch in Europa (z.B. Frankreich), in Asien (Indien) und sogar in Afrika (Nigeria) ist eine deutliche Rückführung von Gold zu beobachten.


Wie bereits erwähnt, beeinflusst dieses Phänomen nicht direkt den Goldpreis, hat jedoch eine klar negative Wirkung auf den US-Dollar. Jeder zurückgeführte Goldbarren bedeutet eine geringere Abhängigkeit vom dollarbasierten Finanzsystem, das potenziell geopolitisch eingesetzt werden kann. Es überrascht daher nicht, dass der Wert der Goldbestände von Zentralbanken Anfang 2026 den von US-Staatsanleihen übertroffen hat.


Gold folgt damit nicht mehr den traditionellen Bewertungsmodellen und erfährt gleichzeitig eine Unterstützung von Seiten der stärksten Hände überhaupt. Denn die Zentralbanken holen nicht nur ihr Gold zurück in ihre Heimatländer, sondern misstrauen zunehmend dem US-Dollar-System – dies wiederum zu Gunsten von Gold. Denn wenn nicht mehr US-Dollar zur Hinterlegung von Sicherheit genutzt werden, dann wird stattdessen zunehmend Gold als Sicherheit genutzt. Dieser Trend hat jedoch erst begonnen und ist ein sehr langfristiger Trend. Einer an dessen Ende hohe Goldpreise und ein schwacher US-Dollar stehen werden.


Diese Entwicklung ist nicht neu. Bereits nach dem Zweiten Weltkrieg, mit dem Bretton-Woods-System, dem Ende der Goldbindung des Dollars und zuletzt durch das Einfrieren russischer Reserven, gab es Ereignisse, die zur Schwächung des Dollars und zur Stärkung von Gold als neutralem Vermögenswert beigetragen haben.


Wie die langfristigen Daten nahelegen, handelt es sich aktuell um einen strukturellen langfristigen Trend, der bereits in den 1960er-Jahren begann und durch die aktuellen Ereignisse nicht nur massiv an Dynamik gewinnt, sondern gleichzeitig deutlich weiter untermauert wird: Gold dürfte künftig eine immer größere Rolle in den Reserven der Zentralbanken spielen – zulasten von US-Dollar und amerikanischen Staatsanleihen. Gold bleibt damit langfristig unterstützt und das aktuelle Umfeld bietet sowohl für Gold als auch für Goldminen daher jetzt hohe Kaufchancen. (Autor: Redaktion Sicheres Geld), Quelle: Crash Investor Daily.

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