Ukraine-Hilfe: EU zahlt, USA verdienen

Europa bleibt der größte Financier der Militärhilfe für die Ukraine, denn mangels ausreichender eigener Produktion werden Waffen und Munition weiterhin in den USA gekauft, die selbst aber jede finanzielle Hilfe verweigern. Die USA, die von 2022 bis 2024 noch die meiste Militärhilfe geleistet hatten, sind damit vom Geber zum reinen Lieferanten geworden. Die US-Rüstungsindustrie profitiert damit in steigendem Maße von der nun allein von Europa und wenigen anderen Ländern finanzierten Ausstattung der ukrainischen Armee. Allein im Mai und Juni dieses Jahres stellten die europäischen Institutionen der Ukraine aus dem 2025 beschlossenen 90-Mrd. Euro-Hilfsfonds Hilfen in Höhe von 11 Mrd. € als Darlehen zur Verfügung. Davon entfielen 4,3 Mrd. E auf militärische Hilfe, der Rest floss für humanitäre Hilfen. Dazu kamen bilaterale Hilfen. Deutschland stellte 700 Mio. Euro an Militärhilfe bereit, Dänemark 600 Mio. Euro, die Niederlande 500 Mio. €.
Auf der finanziellen Gewinnerseite stehen, wie gesagt, die USA. Laut dem Kieler Institut für Weltwirtschaft beschafften und bezahlten europäische Geber von Januar bis Juni 2026 Militärhilfen von mind. 3 Mrd. € bei US-Rüstungsunternehmen. Und neben diesen Direkteinkäufen in den USA wurde auch US-Militärmaterial über die NATO-Purl-Initiative im Milliardenumfang der Ukraine zur Verfügung gestellt und von (meist europäischen) Geldgebern bezahlt. Grund für diese offensichtliche Schieflage ist nicht nur US-Präsident Donald Trumps Politik, sondern auch die mangelnden Kapazitäten der europäischen Rüstungsindustrie. „Europa ist weiterhin auf den Zugang zu US-Waffensystemen angewiesen, um die militärische Unterstützung der Ukraine aufrechtzuerhalten“, so Federico Mellace, leitender Analyst des Ukraine Support Trackers am Kieler Institut für Weltwirtschaft: „Die Vereinigten Staaten bleiben ein wichtiger Lieferant von Systemen wie Patriot, für die es in Europa zurzeit nur begrenzte Alternativen gibt…“.
Seit Kriegsbeginn haben Europas Regierungen laut dem Kieler Institut 230,5 Mrd. € an Hilfsleistungen für die Ukraine erbracht. Weitere 160,6 Mrd. Euro sind für die nahe Zukunft vorgesehen. Die USA, bis 2025 daran beteiligt, kommen insgesamt auf 115,4 Mrd. Euto. (Autor: Thomas Brügmann), Quelle: Vertrauliche Mitteilungen.




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