Schuldengetriebene Konjunktur: USA als Vorbild
- Holbach News

- vor 10 Stunden
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Das amerikanische Wirtschaftswachstum und der Anstieg der US-Börse waren nur möglich durch eine im historischen Vergleich einmalige Neuverschuldung beziehungsweise durch die Ausdehnung der Bilanzsumme der US-Notenbank, die der designierte neue Notenbankpräsident wieder vermindern will. In Europa gesellt sich Deutschland mit angepeilten fast sechs Prozent vom BIP Neuverschuldung zu den klassischen Neuverschuldungsländern Italien und Frankreich. Tatsächlich sprechen die zuletzt veröffentlichten europäischen Frühindikatoren (ifo) für einen angehobenen Konjunkturausblick, nicht zuletzt bedingt durch die massiv gestiegene Neuverschuldung.

Wenn die USA mit einem solchen Rezept eine bessere Konjunktur und einen steigenden Aktienmarkt ausgelöst haben, könnte dies natürlich auch für Europa gelten. Auch in Japan strebt die neue rechtsnationale Ministerpräsidentin einen ausgesprochen expansiven Kurs an, was vor dem Hintergrund der sehr hohen japanischen Altverschuldung schwierig scheint. Die japanische Staatsverschuldung ist zwar hoch, aber netto in den letzten Jahren auf US-Niveau gefallen. Netto von 160 % in 2020 auf zuletzt 130 % vom BIP. Man versucht über niedrigere Steuern, höhere Staatsverschuldung und auch steigende Militärausgaben (wachsende Konfrontation mit China!) die Konjunktur massiv anzukurbeln. Ministerpräsidentin Takaichi hat zuletzt überraschend höhere Zinsen abgelehnt (geplant war Anhebung von 0,75 % auf 1,00 %), was die Konjunktur fördert, die zuletzt favorisierten Finanzwerte und den Yen aber drückt (hätten von höherem Zins profitiert). Generell ist der weltweit niedrigste Realzins der Hauptvorteil für Japan-Aktien.
Die weltweit hohen Staatsverschuldungen könnten Konjunktur und Börsen, vor allem außerhalb der USA, kurzfristig stimulieren, längerfristig dürfte eine solche Strategie jedoch zu höheren Zinsen und damit zu Konjunkturbelastungen führen. Addiert man dazu die Unsicherheit über die Rentabilität der KI-Investitionen und das Risiko einer KI-bedingten Massenarbeitslosigkeit, steigt die Prognoseunsicherheit für Konjunktur und Börsen erheblich. Quelle: Finanzwoche.



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