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7 Prozent Verlust: Warum jetzt Konsequenz entscheidend wird

2. Okt.
2 Min. Lesezeit

Ein kleiner Verlust ist kontrollierbar. Genau darauf baut die 7-Prozent-Regel auf, die vor allem durch den Investor William O’Neil bekannt wurde. Statt eine schwache Aktie immer weiter im Depot zu halten und auf die Erholung zu hoffen, wird bereits beim Kauf festgelegt, wann die ursprüngliche Investmentthese als gescheitert gilt.


Fällt die Aktie ungefähr 7 Prozent unter den Einstiegskurs, wird die Position geschlossen. Das klingt fast zu einfach, berührt aber eines der größten Probleme beim Investieren: Anleger beschäftigen sich häufig intensiv mit dem Einstieg und viel zu wenig mit der Frage, wann sie wieder aussteigen.


Die Grundidee lässt sich leicht nachvollziehen. Kaufen Sie eine Aktie bei 100 US-Dollar, liegt die Verlustgrenze bei ungefähr 93 US-Dollar. Fällt der Kurs dorthin, wird verkauft. Statt darüber zu diskutieren, ob sich die Aktie vielleicht morgen erholt, steht die Entscheidung bereits vorher fest.


Das schützt zunächst vor einem psychologischen Problem: Als Anleger können Sie Gewinne problemlos realisieren, haben aber vielleicht Schwierigkeiten damit, einen Verlust zu akzeptieren. Eine Aktie fällt 7 Prozent und wird gehalten. Bei minus 15 Prozent erscheint ein Verkauf plötzlich noch unangenehmer. Bei minus 30 Prozent wird aus dem Investment schließlich eine langfristige Position, obwohl es ursprünglich vielleicht als kurzfristiger Trade geplant war.


Die Mathematik verschärft dieses Problem. Nach einem Verlust von 7 Prozent benötigt das verbliebene Kapital ungefähr 7,5 Prozent Gewinn, um wieder den Ausgangswert zu erreichen. Das ist vergleichsweise harmlos. Nach einem Verlust von 30 Prozent sind bereits rund 43 Prozent notwendig. Nach einem Einbruch um 50 Prozent muss sich das verbleibende Kapital verdoppeln.


Die 7-Prozent-Regel versucht deshalb nicht, jedes schlechte Investment zu verhindern. Sie verhindert vielmehr, dass ein gewöhnlicher Fehltrade zu einem existenziellen Problem für das Depot wird. (Autor: Michael Berkholz), Quelle: Trading Insider.

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