Öl, Dollar, Zinsen und der Markt korrigiert nicht?

Die Mischung aus hohen Zinsen, einem starken Dollar und hohem Ölpreis ist im Normalfall das, was den Aktienmarkt korrigieren lässt. Ist es dieses Mal anders oder kommt die Korrektur noch?
Die Gemengelage führt nicht zufällig zu Korrekturen. Wieso das so ist, kann man einfach erklären. Man kann sich einfach das Gegenteil der aktuellen Gemengelage vorstellen. Ein Ölpreis von 50 USD, Zinsen und Anleiherenditen bei 2 % und ein schwacher Dollar, der weltweit für günstige Finanzierungsbedingungen sorgt, das alles schiebt die Wirtschaft an. Ist es umgekehrt, wie jetzt, bremst es die Wirtschaft.
Fasst man die drei Komponenten in einen Index zusammen, ergibt sich ein "Rückenwindindex". Aktuell liegt der Index auf tiefem Niveau. Es besteht Gegenwind. Dieser Gegenwind sollte ungefähr ab jetzt auf die Wirtschaft wirken.
Eine sofortige Trendumkehr ist trotz der ungünstigen Umstände unwahrscheinlich. Die US-Wirtschaft hat gerade erst Fahrt aufgenommen. Die Nachfrage nach Industriegütern ist robust, nicht zuletzt wegen des Ausbaus der KI-Infrastruktur. Je länger der Gegenwind anhält, desto kritischer wird die Lage. Das aktuelle Zinsniveau führt noch nicht zu einer Bremswirkung. Wird allerdings erst ein bestimmtes Niveau überschritten, kann es zu einer Vollbremsung kommen.
Der Aktienmarkt steigt, wenn die Wirtschaft wächst. Führt der Gegenwind zu langsamerem Wachstum, sollte dies auch auf den Aktienmarkt abfärben. Der Aktienmarkt folgt daher der Entwicklung des wirtschaftlichen Rückenwinds. Aktuell lässt dies darauf schließen, dass der Aktienmarkt Luft nach unten hat. (Autor: Clemens Schmale), Quelle: Börse – Intern.




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