Werbeboykott, politisch motiviert

Die Kampagnenorganisation Campact hat eine schwarze Liste von politisch missliebigen YouTube-Kanälen erstellt und ausgeforscht, wessen Werbung dort zu sehen war. Nun macht sie Druck auf die betreffenden Unternehmen, sich an einem Werbeboykott gegen die gelisteten Kanäle zu beteiligen. Campact ist ein politisch der SPD und den Grünen nahestehender Verein mit 12 Mitgliedern und Einnahmen im letzten Jahr von 26 Millionen Euro.
Die Kriterien, anhand derer Campact die Kanäle auf die schwarze Liste gesetzt hat, die von Tichys Einblick veröffentlicht wurde, sind vage. Die genutzten Kategorien sind, mit Beispielkanälen in Klammern:
AfD (Alice Weidel; AfD-Fraktionen NRW, Niedersachen, Sachsen-Anhalt)
AfD-nah (Tichys Einblick, Weltwoche, Epoch Times)
AfD-Vorfeld (Apollo News)
rechtspopulistisch (Achtung Reichelt, Nius)
verschwörungsideologisch (Wissensmanufaktur)
rechtsextrem (Naomi Seibt)
AfD/rechtsextrem (AfD-Bundestagsfraktion)
extrem rechts (Clownswelt)
nah an Rechtsextremen (Jasmin Kosubek)
Campact nennt 20 Unternehmen, die innerhalb der ersten Woche Vollzug rückmeldeten, darunter Edeka, Aldi Süd, Kleinanzeigen, DEVK, Wolt und Procter & Gamble. Zehn weitere versprachen Prüfung des Anliegens.
Mit der Organisation von Werbeboykotten tritt Campact in kleinerem Maßstab in die Fußstapfen des Global Disinformation Index, der eine globale, sehr einflussreiche Boykottliste führte. Diese stellte das Unternehmen 2025 ein, weil kooperierende Werbekonzerne wegen illegaler Kartellbildung angeklagt wurden. Die US-Regierung musste noch unter Präsident Joe Biden ihre finanzielle Unterstützung einstellen, weil Gerichte diese Unterstützung einer Medienboykottliste als staatlichen Angriff auf die Meinungsfreiheit werteten. Quelle: Geld und mehr.




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