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Frühstartrente: Wer profitiert wirklich?

vor 7 Tagen
3 Min. Lesezeit

Sehr geehrte Damen und Herren,


wer jetzt in Deutschland geboren wird, erblickt das Licht der Welt mit einer Schuldenlast von rund 34.000 €. Denn so hoch sind inzwischen die deutschen Staatsschulden, auf den einzelnen Kopf der Bevölkerung bezogen. Dagegen wirkt ein staatlicher Frührente-Zuschuß von monatlich 10 €, wie er ab nächstem Jahr Kindern ab sechs Jahre gewährt werden soll, geradezu erschreckend gering.


Lassen Sie uns ein wenig gemeinsam rechnen: 10 € Zuschuß monatlich ergibt aufs Jahr gerechnet 120 €, die zu welchem Zinssatz auch immer von Staats wegen angelegt werden sollen. Nach 60 Jahren (man geht hier also implizit von einem Renteneintrittsalter von 66 Jahren aus) soll das bis dahin in einer Art Staatsfonds angelegte und verzinste Geld für den jeweiligen Rentenberechtigten verfügbar sein. Mit entsprechenden privaten Zusatzbeiträgen (erst von den Eltern, später vom Rentenberechtigten selbst aufgebracht) läßt sich so theoretisch ein sechsstelliges Zusatzvermögen aufbauen. Es hängt halt von der Höhe der Einzahlungen ab.

Über 60 Jahre verteilt zahlt so der Staat – und damit die Steuerzahler – 7.200 € in diesen Staatsfonds ein. Mit Zins und Zinseszinsen sollen daraus in 60 Jahren bis zu 107.000 € werden. Es handelt sich aber um eine rein theoretische Berechnung, basierend auf einer durchschnittlichen Jahresrendite von 7 %! Finanzexperten halten allein schon diese Annahme für sehr gewagt. Denn es ist z.B. noch gar nicht lange her, als eine recht lange Nullzinsphase nicht wenige Kreditinstitute veranlasste, ihren Kunden ab einer gewissen Guthabenhöhe nicht nur keine Zinsen zu zahlen, sondern sogar eine Art „Aufbewahrungsvergütung“ abzuverlangen. Negativzinsen statt Rendite lautete das damalige Schlagwort.


Wenn man unter ansonsten gleichen Annahmen (Jahreseinzahlung 120 €, Laufzeit 60 Jahre) einen durchschnittlichen Zinsertrag von 3, 4 oder 6 Prozent annimmt, kommt man mit rund 20.000 €, 30.000 € oder – bei 6 % – rd. 66.000 € auf deutlich niedrigere Werte. Und dann muß man noch die erwartete Inflation gegenrechnen, die laut offiziellen Angaben der Europäischen Zentralbank (EZB) bei 2 % gehalten werden soll. Hinzu kommt die Entwicklung der eingangs erwähnten „Geburtsschuld“ von derzeit 34.000 €, die bei der derzeitigen „Schuldenmanie“ der öffentlichen Hand noch stark zunehmen dürfte.


Zurück zu den möglichen Einzahlungsbeträgen und der zu erwartenden Kapitalentwicklung über 60 Jahre. Mit der vom Staat gesponserten Monatseinzahlung von 10 € läßt sich nicht viel erreichen. Erst freiwillige Zusatzbeiträge können, wenn alles glatt läuft, zu höheren Endbeträgen führen. Die offizielle Botschaft lautet denn auch: Erst freiwillige Zusatzeinzahlungen führen zu eventuell stattlichen Endsummen. Dabei wird aber geflissentlich verschwiegen, daß auch diese Zusatzbeiträge in einen staatlich kontrollierten Fonds fließen werden und damit bis zur Fälligkeit der Kontrolle durch die jeweils Berechtigten entzogen sind.


Und bis dahin kann viel passieren: Man denke an die Inflation – konnte man Mitte der 1950er Jahre noch in München ein Einfamilienhaus in guter Lage für rund 20.000 D-Mark kaufen, wäre aktuell ein Vielfaches fällig. Währungsreformen könnten den Wert des bis dahin angesparten Geldes zunichtemachen. Und auch die Verwendung des Geldes, es soll schließlich Erträge bringen, entzieht sich vollständig der Kontrolle der Einzahler. Teile der Frühstartrenteneinzahlungen könnten z.B. in Investitionen in die Waffenproduktion gehen, ob dies manchen Einzahlern nun paßt oder nicht. Die Entscheidung „ja oder nein“ ist dabei nicht das Problem, sondern die Tatsache, daß es so gut wie keine Kontroll- oder gar Einflußmöglichkeiten gibt.


Ganz klar profitieren werden die großen Kapitalsammelstellen, von denen wiederum BlackRock die mit Abstand größte ist und die mit ziemlicher Sicherheit über einen guten Draht ins derzeitige Bundeskanzleramt verfügen dürfte. Tatsächlich ist längst eine Art Preiskampf um die Frühstartrentengelder entbrannt. Eine ganze Reihe Anbieter wirbt z.B. mit Gebührenfreiheit. Sie möchten damit ihren Fuß in eine Tür stellen, hinter der ein stetiger Kapitalzufluß und damit gute Gewinne stehen. Man strebt damit eine Fortsetzung der Riester- und Rürup-Rentenmodelle an, die sich in vielen Fällen für die dahinter stehenden Finanzkonzerne als lukrativ erwiesen, die jeweiligen Anleger aber zuweilen enttäuschten. Denn auch hier sind die eingezahlten Gelder der Kontrolle der Einzahlenden weitgehend entrissen und bleiben gleichwohl Inflations- oder Insolvenzrisiken ausgesetzt.


Dabei dürfen z.B. die deutschen Versicherungsunternehmen die von den Versicherten eingezahlten Gelder im Regelfall nur bei Konzernen anlegen, die von den großen Rating-Agenturen gut bewertet werden. „Zufälligerweise“ befinden sich diese in den USA und vor einigen Jahren misslang der Versuch u.a. des deutschen Finanzexperten Markus Krall, eine eigenständige, europäische Ratingagentur zu etablieren. So ist es kein Wunder, daß bei der Geldanlage durch die deutschen (oder europäischen) Versicherungsgesellschaften in hohem Maße US-Unternehmen zum Zuge kommen. Dann werden gewissermaßen Gewinne aus deutschem Geld erwirtschaftet, über die in Deutschland aber niemand eine Kontrolle ausüben darf und kann. Es ist eine Entwicklung, die durch den neuen Frühstartrentenfonds nur noch befeuert wird. An einen Zufall mag man da kaum noch glauben… (Quelle: Vertrauliche Mitteilungen, Autor: tb)



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